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10 Dinge, die Sie über Baufinanzierung wissen sollten - Teil 2

6. Welche Kosten entstehen?

Folgende Kosten entstehen in der Regel und sollten bedacht, aber vor allem nicht unterschätzt werden:

• Immobilienkaufpreis
• Kaufnebenkosten für Notar und Eintragung im Grundbuch: ca. 1,5 % des Kaufpreises
• Grunderwerbssteuer: ca. 3 % bis 5 % des Kaufpreises
• Evtl. Maklercourtage: ca. 3 % bis 6 % des Kaufpreises, zzgl. Mehrwertsteuer

7. Welche staatlichen Förderungen gibt es?

Staatliche Zuschüsse und öffentliche Förderkredite können eine Alternative sein, denn neben den gewerblichen Anbietern für Baukredite bietet auch der Staat Förderungen an, um ein Eigenheim besonders für junge Familien mit Kindern möglich zu machen. Zu diesen Förderungen gehören unter anderem zinsgünstige Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Der Finanzierungshöchstbetrag der KfW liegt bei bis zu 30% der Gesamtkosten, maximal jedoch bei 100.000 Euro. Für Energieeffizientes Bauen stehen darüber hinaus auch Sonderfinanzierungen und weitere Fördermittel zur Verfügung. Die Anträge hierfür werden über die finanzierende Bank gestellt. Diese weisen auf etwaige Förderungsmöglichkeiten in der Regel nicht direkt hin, sodass Sie sich aktiv bei Ihrer Bank informieren müssen.

Eine weitere Finanzierungshilfe bietet der sogenannte Wohn-Riester. Es können bis zu 100% des geförderten Sparkapitals aus Riester-Verträgen zum Erwerb von eigengenutzten Immobilien verwendet werden. Desweiteren lassen sich Darlehensverträge für den Eigenheimerwerb „ riestern“. Hierbei werden die staatlichen Förderungszulagen mit dem Darlehen verrechnet. Hinzu kommt, dass Aufwendungen bei der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden können. Diese beinahe unerschöpfliche Liste staatlicher Förderungen wird außerdem durch zinsgünstige oder gar zinsfreie Darlehen einiger Bundesländer ergänzt.

8. Wie viel Eigenkapital brauche ich?

Ihr Eigenkapital ist die Basis für den Erwerb einer Immobilie und die Grundregel lautet: Je mehr, desto besser. Denn, verfügen Sie über ein hohes Eigenkapital, so bedeutet das ein geringes Risiko für die finanzierende Bank und letztlich benötigen Sie auch ein geringeres Darlehen. Zum Eigenkapital gehören alle Mittel, die Ihnen zur Verfügung stehen, also nicht nur Bargeld, Bank- und Sparguthaben, sondern auch die Sicherheiten aus Wertpapieren und Grundbesitz. Experten raten zu einer Beteiligung von etwa 20 % bis 30 % des Gesamtpreises der Immobilie. Die individuelle Höhe hängt letztlich aber von mehreren Faktoren ab; der Wichtigste ist: Ihre Lebensführung muss trotz Darlehensrückzahlung gewährleistet sein, dass heißt, dass unregelmäßige Sonderzahlungen, wie Weihnachts-, Urlaubsgeld oder sonstige Boni im Finanzierungsplan nicht berücksichtigt werden sollten. Behalten Sie also stets eine gewisse Liquiditätsreserve, um auch auf unvorhersehbare Neben- oder Sonderausgaben vorbereitet zu sein.

9. Was bedeutet Sondertilgung?

Als Sondertilgung versteht man jene zusätzlich erbrachte Tilgungsleistung, die neben dem planmäßigen Tilgungsrhythmus erbracht wird. Diese Möglichkeit wird mittlerweile von fast jedem Kreditinstitut angeboten, muss aber im Kreditvertrag vereinbart sein. Üblich ist eine Sondertilgung von 5 % der Darlehenssumme pro Jahr, wobei viele Kreditinstitute hierfür Zinsaufschläge erheben. Eine Anpassung an Ihre individuelle Lebenssituation ist unerlässlich.

10. Was passiert bei vorzeitiger Kündigung des Darlehensvertrages?

Nach geltendem Recht (§ 489 I Nr. 3 BGB) haben Kreditnehmer erst 10 Jahre nach der Vollauszahlung das Recht, den Kredit (mit einer Frist von 6 Monaten) zu kündigen. Wird ein Kredit nun vorzeitig zurückgezahlt, so muss der Kreditnehmer in der Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung, also einen Ausgleich für die entgangenen Zinsen, zahlen. Alternativ besteht die Möglichkeit eines kündbaren Darlehens, bei dem sich die Bank den vorzeitigen Kreditausstieg durch höhere Zinsen absichert.

Gerade bzgl. den AGB von Banken, ist aber in den letzten Jahren immer einmal wieder ein Urteil zu Gunsten von Verbrauchern gefällt worden. Es lohnt sich also immer, kurz zu recherchieren, wie denn aktuell die Rechtslage ist.

Noch nicht alle Fragen beantwortet? – Hier kommen Sie zu 10 Dinge, die Sie über Baufinanzierung wissen sollten - Teil 1.

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