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Aufteilung des Hausrates bei einer Trennung und Scheidung

Wenn ein Ehepaar sich trennt oder scheiden lässt, muss auch der Hausrat gerecht aufgeteilt werden. Aber was gehört wirklich zum Hausrat, und welche Güter werden von der Aufteilung ausgenommen?

Was gehört alles zum Hausrat?

Zum Hausrat gehören all diejenigen Gegenstände, die von den Ehegatten für den gemeinsamen Haushalt benutzt worden sind und der gemeinsamen Lebensführung gedient haben. Dazu zählen insbesondere die Möbel, das Geschirr, die Unterhaltungselektronik (z. B. Fernseher, Computer, HiFi-Anlage), gemeinsame Wäsche, aber auch Sportgeräte oder Kunstgegenstände, die in der Wohnung vorhanden waren.

Entscheidend ist nicht, wer der eigentliche Eigentümer ist. Daher können Gegenstände, die entweder nur einem oder aber beiden Ehegatten gehören, zum Hausrat zählen. Selbst Tiere werden als Haushaltsgegenstände angesehen. Bei der Entscheidung, wer zum Beispiel einen Hund behalten darf, sollte vor allem das Wohlbefinden des Hundes berücksichtigt werden. Das Tier sollte möglichst in seiner vertrauten Umgebung bleiben.

Was gehört nicht zum Hausrat?

Zum Hausrat gehören hingegen nicht persönliche Gegenstände wie Kleidung oder Schmuck. Auch Sachen, die zum Hobby eines der Partner gehören sind ausgenommen. Ebenfalls nicht zum Hausrat gehören Luxusgegenstände, die nicht der Lebensführung dienen, sondern nur der Vermögensanlage. Bewahren Sie zum Beispiel ein Kunstgemälde im Safe auf, so handelt es sich um eine Vermögensanlage. Hängt das gleiche Kunstgemälde jedoch im Wohnzimmer als Dekoration an der Wand, zählt es wiederum zum Hausrat. Ausschließlich die Funktion des Gegenstandes ist entscheidend.

Was passiert mit dem Familienauto?

Grundsätzlich gehört ein PKW nicht zum Hausrat. Wird das Auto eher zu beruflichen Zwecken oder überwiegend von einem Ehegatten zum persönlichen Gebrauch genutzt, wird es aus diesem Grund schon aus dem Hausrat ausgeschlossen. Wird das Auto aber überwiegend gemeinsam zum Zwecke der Haushalts- und privaten Lebensführung genutzt (z. B. Einkaufen, Kinder zur Schule bringen oder Urlaubsfahrten), gilt das Auto als ein Haushaltsgegenstand.

Wie wird der Hausrat aufgeteilt?

Gemeinsame Hausratsgegenstände werden in der Regel gerecht und zweckmäßig verteilt. Dabei wird vor allem nach praktischen Gesichtspunkten entschieden, wer aus welchem Grund etwas gebrauchen könnte. In Ausnahmefällen kann durch das Familiengericht das Eigentum des einen Ehegatten dem anderen im Rahmen des Hausratsverfahrens zugewiesen werden. Es muss sich um einen besonderen Härtefall handeln, wobei immer das Wohlbefinden der Kinder – sofern vorhanden – zu berücksichtigen ist. Folglich bekommt der sorgeberechtigte Elternteil, bei dem die gemeinsamen Kinder leben, sämtliche Haushaltsgegenstände, die er für die Versorgung der Kinder braucht.

Ehe- bzw. Scheidungsvertrag statt Scheidungskrieg?

Die Ehepartner können sich viel Stress und Streit ersparen, indem sie vorsorgend für den abstrakten Fall einer Trennung im Ehevertrag Trennungsregelungen hinsichtlich der Aufteilung des Hausrates vereinbaren. Auch kann jeweils eine Liste mit den Gegenständen, die zum alleinigen Eigentum gehören, erstellt werden. So sind die Verhältnisse im Voraus geklärt.

Der Vorteil des Ehevertrags liegt darin, dass sich die Ehegatten bereits zu einem Zeitpunkt über die Folgen einer möglichen Scheidung verständigen, in der sie noch miteinander reden können und in der sie auch selbst fair miteinander umgehen möchten.

Die Scheidung kann auch vorbereitet werden, indem man die Folgen einer Scheidung gütlich festlegt. Rechtlich gesehen ist ein Scheidungsvertrag ein Ehevertrag, der eben nicht vor der Ehe, sondern aus Anlass von Trennung und Scheidung abgeschlossen wird. Der Umfang des Vertrages kann gemeinsam bestimmt werden. Denn das normale Scheidungsverfahren regelt nur die Scheidung selbst und den Versorgungsausgleich. Alle weiteren Folgen der Scheidung werden nur auf Antrag beim Gericht geregelt. Werden alle weiteren Folgen der Scheidung untereinander geregelt, so kann viel Zeit und Geld gespart werden. Anwaltliche Hilfe beim Erstellen und Aushandeln eines Scheidungsvertrages sowie die notarielle Beurkundung ist in der Regel erforderlich.

Wie sieht es bei unverheirateten Paaren aus?

Einfacher ist die Konstellation, wenn man nicht verheiratet ist, bzw. keine Lebenspartnerschaft nach LPartG ("sogenannte gleichgeschlechtliche Ehe) führt. Hat man als Paar in einer gemeinsamen Wohnung gewohnt, so gehört nach einer Trennung jeder Person das, was sie in die Partnerschaft eingebracht hat. Wurden Dinge gemeinsam finanziert und existieren keine besonderen Absprachen über den Eigentümer (was der Regelfall sein dürfte), dann sind i. d. R. beide gemeinsame Eigentümer dieser Dinge. Eine ausgleichende Aufteilung nach finanziellem und/oder emotionalem Wert sollte erfolgen.

Man kann aber auch einen sogenannten Partnerschaftsvertrag miteinander schließen. Auch wenn sich das im ersten Moment unromantisch anhört, kann man sich mit einem solchen Schriftstück im Falle der Trennung viel Streit ersparen. Hier können auch Regelungen zu Versorgungsansprüchen (Notar notwendig), zur Behandlung bei zukünftigem Erwerb von gemeinsamen Grundeigentum (Notar empfohlen), Aufteilung der Lebenskosten, Nutzung der gemeinsamen Mietwohnung nach einer Trennung und vieles mehr getroffen werden. Zudem kann in einem solchen Vertrag auch schon festgehalten werden, welches eingebrachte Eigentum in jedem Fall einer Person gehört. So kann man sicherstellen, dass man im Zweifelsfall bei Streitereien bzgl. des Eigentums bestimmter Sachen, auch das bekommt, was einem wirklich gehört und woran man sehr hängt (z. B. die antike Holzkommode der Oma o. ä.).


Mehr zu den Voraussetzungen einer Scheidung finden Sie hier.

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