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Die Gründung einer GbR

Wenn Sie überlegen, eine GbR gründen zu wollen, dann sei schon mal vorweg genommen, dass die Formalitäten der Gründung im Vergleich zu anderen Gesellschaftsformen sehr gering sind.

Wichtig ist, dass die Gesellschaft aus mindestens zwei Personen bestehen muss. Eine Ein-Mann-Gesellschaft ist daher (anders bei der GmbH) nicht möglich. Die Gesellschaft benötigt auch kein Mindestkapital.

Hier haben wir noch einmal die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst:

Meldepflicht

Da die GbR keine kaufmännische Tätigkeit ausüben darf, entfällt auch eine Eintragung in das Handelsregister. Die gewerblich tätige GbR muss jedoch beim Gewerbeamt angemeldet werden. Jeder einzelne Gesellschafter gibt eine Meldung ab, die mit einem besonderen Hinweis auf die GbR-Zugehörigkeit zu versehen ist.

Das Gewerbeamt leitet die Meldung an das zuständige Finanzamt weiter, so dass eine steuerliche Erfassung gewährleistet ist. Je nachdem, welche Tätigkeiten durch die GbR ausgeübt werden sollen, sind noch weitere Stellen zu informieren, so zum Beispiel die Handwerkskammer bei handwerklichen Tätigkeiten.

Gesellschaftervertrag

Ein Gesellschaftervertrag muss nicht zwingend vorliegen, eine GbR kann bereits automatisch durch das Verfolgen eines gemeinsamen Zweckes – wie z. B. die Bildung einer Fahrgemeinschaft für den Arbeitsweg – gegründet worden sein.

Es empfiehlt sich dennoch in jedem Fall, einen schriftlichen Vertrag aufzusetzen, um einzelne Befugnisse und Pflichten genau zu regeln und im Zweifelsfall bei Streifragen Beweissicherheit zu haben.

Was kann im Gesellschaftervertrag geregelt werden?

Wichtige Regelungen, die der Vertrag enthalten sollte, sind:

• Zweck der Gesellschaft
• Geschäftsführung und Vertretung
• Haftungsverteilung
• Gewinn- und Verlustverteilung
• Informations- und Kontrollrechte
• Wettbewerbsverbot
• Ausscheiden eines Gesellschafters
• Tod eines Gesellschafters
• Abfindung

Sollte ein Grundstück mit eingebracht werden, so ist für den Gesellschaftervertrag eine notarielle Beurkundung erforderlich.

Zweck der Gesellschaft

Der gemeinsame Zweck, zu dem eine GbR gegründet werden soll, kann jede erlaubte Tätigkeit sein. Im Unterschied zu einer OHG - einer offenen Handelsgesellschaft - ist jedoch nur die Führung eines Kleingewerbes erlaubt. Die Gründung für ein Handelsgewerbe, das dann vorliegt, wenn ein Geschäftsbetrieb in kaufmännischer Weise aufgenommen werden soll, ist nicht zulässig. Wenn eine GbR trotzdem ein Handelsgewerbe betreibt, wird diese automatisch zu einer OHG.

Startkapital und Haftung

Für die Gründung einer GbR ist ein Mindestkapital nicht erforderlich. Allerdings haften die Gesellschafter bei der Gründung mit Ihrem Privatvermögen. Die Beschränkung dieser Haftung kann durch die Gründung einer GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) erreicht werden; bei dieser ist allerdings auch ein Mindestkapital erforderlich.

Sofern der Gesellschaftervertrag nichts anderes bestimmt, haften alle Gesellschafter zu gleichen Teilen mit Ihrem Privatvermögen für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft.

Die Geschäftsführung

Zur Geschäftsführung sind alle Gesellschafter gemeinschaftlich berechtigt. Der Gesellschaftervertrag sollte jedoch eigene Regelungen dazu vorsehen, wie beispielsweise die Übertragung der Geschäftsführung auf einzelne Gesellschafter. Auch bei der Vertretung der GbR nach außen, d. h. gegenüber Vertragspartnern, gelten dieselben Regelungen wie bei der Geschäftsführung. Auch hierzu sollten individuelle Vertragsregelungen aufgenommen werden.

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