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Die Vermieterfrage: Mieten bei einer Genossenschaft oder von Privat ? – Teil 1

Wenn Eigentumserwerb keine Option darstellt, bietet das Wohnen zur Miete die passende Alternative. Doch neben der Fülle von Inseraten in Printmedien und Internet, sollten Sie sich zunächst die grundsätzliche Frage stellen: Mieten - von privater Hand oder einer Genossenschaft? Wir haben hier für Sie die wichtigsten Stichpunkte zusammengefasst.

Wohnen unterm Dach der Genossenschaft?

Wohnungsbaugenossenschaften haben in Deutschland eine lange Tradition; einige von ihnen können bereits auf über 100 Jahre Existenz zurückblicken. Aber welche Rechte und Pflichten sind mit dem Leben in einer Genossenschaftswohnung verbunden?

Welche Pflichten hat man?

Um eine Genossenschaftswohnung mieten zu können, müssen Sie zunächst Mitglied in dieser Genossenschaft werden und Anteile erwerben. Diese Genossenschaftsanteile, die Höhe variiert nach Größe der Wohnfläche, ist keine verlorene Investition. Viele Genossenschaften zahlen auf das eingezahlte Kapital eine Gewinnausschüttung, die Verzinsung der Genossenschaftseinnahmen folgt dem Niveau des Marktes. Bei Kündigung der Wohnung und Mitgliedschaft erhält man diese Anteile gewöhnlich nach einer Frist von einem Jahr zurück. Auf die Zahlung einer Mietkaution wird daher bei Genossenschaften in der Regel verzichtet. Als Mitglied sind Sie daher kein Mieter sondern Wohnungsnutzer und Anteilseigner der Genossenschaft.

Welche Rechte hat man?

Mit dem Erwerb der Anteile erhalten Sie deshalb auch das Recht zur Wahl eines Vertreters, die Möglichkeit sich in den Aufsichtsrat wählen zu lassen, sowie ein Stimmrecht bei Haupt- und Vertreterversammlungen. Dort werden Vertreter und Anteilseigner über die wirtschaftliche Lage der Genossenschaft informiert und erhalten die Möglichkeit, sich aktiv an Abstimmungen und Entscheidungen von Belangen der Genossenschaft zu beteiligen. Als Genosse befinden Sie sich rechtlich aber trotzdem in einer mieterähnlichen Stellung. Die Nutzungsverträge für die Wohnungen weichen nur minimal von üblichen Mietverträgen ab. Bei den Mieten selbst orientieren sich die Genossenschaften oft am Mietspiegel der Region und auch die Nebenkostenabrechnungen sind oft genau aufgeschlüsselt und fair. Viele Genossenschaften beschäftigen eigene Hausmeister und Handwerker, die Ihnen als Ansprechpartner praktisch allzeit zur Verfügung stehen.

Wo liegt der größte Vorteil?

Der aber wohl größte Vorteil liegt bei den meisten Genossenschaften in dem lebenslangen Wohnrecht, das Sie mit dem Dauernutzungsvertrag beim Erwerb der Anteile erhalten. Das Risiko der Eigenbedarfskündigung besteht dadurch bei Genossenschaftswohnung so gut wie gar nicht, da juristische Personen, wie die Genossenschaft eine ist, selbst keinen Eigenbedarf anmelden können.

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