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Die Vermieterfrage: Mieten bei einer Genossenschaft oder von Privat ? – Teil 2

Wenn Eigentumserwerb keine Option darstellt, bietet das Wohnen zur Miete die passende Alternative. Doch neben der Fülle von Inseraten in Printmedien und Internet, sollten Sie sich zunächst die grundsätzliche Frage stellen: Mieten - von privater Hand oder einer Genossenschaft? Wir haben hier für Sie die wichtigsten Stichpunkte zusammengefasst.

Risiko Eigenbedarfskündigung

Einen privaten Vermieter zu haben kann durchaus Vorteile bringen: Sie haben einen Vermieter, den Sie kennen und an den Sie sich im Bedarfsfall schnell wenden können. Aber eines sollten Sie bedenken, wenn Sie sich für Mietraum von privater Hand entscheiden: Ihr Vermieter hat, im Gegensatz zur Wohngenossenschaft, das Recht, bei Vorliegen eines berechtigten Interesses den vertragstreuen Mieter zu kündigen. Dies könnte beispielsweise sein, wenn er einen Eigenbedarf an der Mietsache anmeldet.

Wann kann ein Vermieter Eigenbedarf anmelden?

Die sogenannte Eigenbedarfskündigung ist aber nur in ganz besonderen Fällen zulässig. So beispielsweise, wenn Ihr Vermieter die Mietsache ganz oder teils zu Wohn– oder Geschäftszwecken nutzen will. Diesen Eigenbedarf kann er sowohl für sich selbst, aber auch für Familienangehörige oder die in seinem Haushalt lebendenden Personen geltend machen. Ehegatten, Kinder, Enkel, Großeltern und Geschwister gehören zu diesem privilegierten Personenkreis, aber auch Nichten, Neffen, Pflegekinder oder Lebenspartner des Vermieters sind hiervon eingeschlossen.

Wo sind die Grenzen?

Grundsätzlich muss aber der Vermieter ein nachvollziehbares und billigenswertes Interesse bekunden, denn lediglich das Verlangen, seine Immobilie selbst nutzen zu wollen, reicht hierfür noch nicht aus. So wäre es etwa unzulässig, wenn Ihr Vermieter einen übermäßigen Wohnbedarf anmeldet, den er objektiv nicht benötigt oder aber auch, wenn er einen Eigenbedarf zwar anmeldet, die Räumlichkeiten dann jedoch leer stehen lässt. Führt der Vermieter den Eigenbedarf sogar selbst herbei, zum Beispiel durch Kündigung einer Zweitwohnung, ohne dann hierdurch in wirtschaftliche Bedrängnis zu geraten, so ist dieser selbst herbeigeführte Eigenbedarf rechtsmissbräuchlich und folglich unzulässig. Völlig ausgeschlossen ist eine Kündigung wegen Eigenbedarfs übrigens, wenn Ihnen laut Mietvertrag ein Mietverhältnis auf Lebenszeit zusteht.

Bei einem Eigentümerwechsel gibt es zudem Schutzfristen für den Mieter, die eine Eigenbedarfskündigung erst nach einem Ablauf von einigen Jahren ermöglichen. Dies ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt.

Wer muss was beweisen?

Die Beweislast obliegt im Fall einer Eigenbedarfskündigung dem Mieter. Dieser muss nach Erhalt der Kündigung zunächst Zweifel anmelden und dem Vermieter nachweisen, dass es sich nicht um einen echten Eigenbedarf handelt. Den Vermieter trifft wiederum die Pflicht, Gründe aufzuweisen, die ihn rechtfertigen könnten.

Setzen Sie sich im Streitfall schnell mit einem lokalen Mieterschutzbund oder Fachanwalt für Mietrecht in Verbindung.

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