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Dinge, die man beim Verfassen seines letzten Willens und Testaments beachten sollte

Die meisten von uns denken ungern an den Tod. Daher denken die meisten Menschen auch nicht daran, rechtzeitig ein Testament zu verfassen. Oftmals überraschen uns Unfälle oder Todesnachrichten. Gerade deswegen sollten all diejenigen, die etwas an einen bestimmten Erben weitergeben wollen, frühzeitig ein Testament erstellen. Um Missverständnisse und erbitterte Streitigkeiten unter den Erben nach Ihrem Tod zu vermeiden, sollten Sie einige Formerfordernisse unbedingt einhalten.

Öffentliches Testament beim Notar erstellen

Zunächst können Sie Ihr Testament vom Notar erstellen lassen. Dieses verliert nicht seine Gültigkeit, wenn es nicht handschriftlich verfasst worden ist. Der Notar kann das Testament für Sie verwahren und dafür eine Gebühr verlangen. Dafür ist dann sichergestellt, dass Ihr Wunsch nach Ihrem Tod auch umgesetzt wird. Zum öffentlichen Testament lesen Sie auch: FAQ Testament, Frage 5.

Handschriftlich erstelltes Testament

Das Testament kann auch ohne notarielle Hilfe verfasst werden. Dabei sind jedoch strenge Formerfordernisse zu beachten. Das Testament muss eigenhändig und handschriftlich geschrieben werden. Ein auf dem Computer verfasstes und lediglich selbst unterschriebenes Testament ist an sich ungültig. Auch ein auf Tonband aufgenommenes Testament ist unwirksam. Sie können aber ein maschinengeschriebenes Dokument einem Notar in einem geschlossenen oder offenen Umschlag zur Verwahrung überreichen. Denkbar ist auch, dass Sie ein auf dem Computer verfasstes Dokument als Lesehilfe dem handschriftlich geschriebenen Testament beifügen.

Um Missverständnisse nach Ihrem Ableben zu vermeiden, sollten Sie darauf achten, mit Ihrem vollen Namen zu unterschreiben. Weiterhin schließt die Unterschrift im Testament den letzten Willen ab. Somit sind spätere Zusätze, die nach der Unterschrift hinzugefügt werden, ungültig.

Auch sind Ort und Datum gesetzlich nicht zwingend erforderlich. Jedoch ist eher ratsam, diese Informationen einzutragen. Vor allem, wenn Sie mehrere Testamente erstellt haben, die vielleicht unterschiedliche Erben begünstigen bzw. widersprüchlich sind. Dann gilt nämlich dasjenige Testament, das das jüngste Datum aufweist. Sicherheitshalber ist Ihnen zu raten, das alte Testament zu vernichten, wenn Sie Änderungen vornehmen wollen und nicht nur das bestehende Testament ergänzen möchten.

Weiterhin sollte auf eine eindeutige und klare Formulierung geachtet werden. Aus dem Testament sollte deutlich werden, wer genau und zu welchen Teilen Erbe ist und wer in Form eines Vorausvermächtnisses oder einer Teilungsanordnung einzelne Gegenstände erhalten soll. Besonders sollten Sie auf die Anwendung von juristisch korrekten Begriffen achten. Z. B. sollten Sie beachten, dass einzelne Gegenstände nicht geerbt werden können. Gegenstände, wie ein Wohnwagen oder ein Boot, werden – wie oben angedeutet, vermacht oder mithilfe der Teilungsanordnung zugewiesen. Es gilt nämlich das Folgende: Gibt es nur einen Erben, erhält dieser das ganze Vermögen, mehrere Erben bekommen einen prozentualen Anteil des gesamten Vermögens.

Interessante Informationen zum handschrifltichen Testament, finden Sie auch unter: Das Testament schreiben - Was man wissen sollte.

Was beim Erstellen eines Testaments alles zu beachten ist

Außerdem sollten Sie auf die regelmäßige Aktualisierung bzw. Überprüfung des Testaments Wert legen. Häufig sind in Testamenten ähnliche Formulierungen zu finden: "Meine Nichte bekommt meine Schallplattensammlung". Auf dem ersten Blick klingt dies eindeutig. Problematisch wird es, wenn der Verstorbene diese Schallplattensammlung schon zu Lebzeiten verkauft hat. Oder wenn der Erbe schon verstorben ist. Nicht selten ist dann unklar, ob deren Kinder dann erben dürfen. Zudem soll es sich bei der Regelung um ein Vorausvermächtnis, Vermächtnis oder eine Teilungsanordnung handeln? Viele Auslegungen mit unterschiedlichen Wirkungen sind bei dieser Formulierung möglich.

Auch wäre es zu empfehlen, einen Testamentsvollstrecker festzusetzen, um Streitigkeiten unter den Erben zu ersparen. Dieser verwaltet das Erbe und teilt die Vermögenswerte auf die Erben auf. Auch hier sollten Sie, im Falle des frühzeitigen Ablebens des Testamentsvollstreckers bedenken, dass im Testament festgesetzt werden sollte, wer stattdessen als Vollstrecker eingesetzt wird.

Erbrecht des Ehegatten

Zuletzt sollten Sie bedenken, dass der nichteheliche Lebenspartner beim Tod des anderen Partners nicht automatisch erbt. Somit bleibt der überlebende Partner ohne Zuwendung. Allerdings können Sie Ihren Partner als Erbe in einem Testament einsetzen, um ihn wirtschaftlich nach Ihrem Ableben abzusichern. Dabei sollten Sie unbedingt das Motiv der Erbeinsetzung angeben (wie jahrelange partnerschaftliche Verbundenheit), um von vornherein den Einwand der Sittenwidrigkeit auszuschließen, welcher zur Unwirksamkeit des Testaments führen könnte.

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