Konto anlegen
Anmelden
zeige/verstecke Menü

Downloads, Streaming, Filesharing und Co. - was darf ich eigentlich?

Seitdem immer mal wieder Abmahnwellen gegen Internetnutzer wegen illegaler Downloads, Streams oder Fileshares in den Medien auftauchen, stellen sich viele Nutzer die Frage: Was darf ich eigentlich im Internet? Und was kann passieren, wenn ich mich illegal verhalte?

Warum gibt es überhaupt Verbote?

Jeder möchte natürlich so viel Musik und Filme haben wie ihm beliebt – wenn das nur nicht so teuer wäre. Ein verständliches Dilemma. Nur nicht für die Musik- und Filmindustrie. Diese leiden angeblich enorm unter den vielen illegalen Downloads, da sie dadurch nach eigenen Aussagen weniger Umsatz machen. Es handelt sich dabei um Milliardensummen.

Was ist ein Download?

Bei einem Download lädt man eine Datei aus dem Internet auf seinen Computer herunter. Die Datei kann man dann dauerhaft speichern und immer wieder abspielen.

Wann ist ein Download illegal?

Ein Download aus dem Internet ist natürlich nicht immer illegal. Entscheidend ist, ob der Urheber der Datei den Download gestattet hat oder nicht. Macht er dazu keine Angaben, heißt das nicht automatisch, dass er mit dem Download einverstanden ist. Streng genommen ist allerdings nicht der Download an sich, sondern vielmehr der Upload der Datei illegal. Oft ist dem Nutzer gar nicht klar, dass er mit dem Herunterladen einer Datei diese automatisch wieder anderen Nutzern zum Download zur Verfügung stellt – Up- und Download gehen somit meist Hand in Hand. Dies ist in den üblichen Tauschbörsen ganz normal.

Was ist Streaming?

Beim Streaming speichert man die Datei nicht direkt dauerhaft auf dem Computer. Sie wird nur online angesehen. Damit dies ohne Ruckeln und Stocken möglich ist, speichert der Computer immer Bruchteile der Datei für Sekunden auf dem Computer zwischen („Buffering“). Abschließend werden diese Dateischnipsel wieder gelöscht bzw. überspielt. Sie sind danach also nicht mehr als solche auf dem Computer abrufbar. Bislang befindet sich das Streaming in einer juristischen Grauzone. Die Meinungen spalten sich hinsichtlich des „Bufferings“: Einige sehen in diesem technischen Vorgang kein Speichern im Sinne eines Downloads. Andere, härtere, Stimmen bewerten schon dieses sekundenlange Zwischenspeichern als einen downloadähnlichen Vorgang.

Obwohl es diesbezüglich noch keine wegweisende Entscheidung gibt, steht fest, dass Nutzer die Dateien auf solchen Websites, wenn überhaupt, nur online ansehen, nicht jedoch herunterladen dürfen. Rechtswidrige Plattformen, wie z. B. kinox.to, sollten Nutzer jedoch allein schon ihres Angebots wegen stutzig machen: Schließlich kann man hier auch kostenlos aktuelle Kinofilme ansehen, was natürlich nicht legal sein kann. Solche Plattformen sollte man daher generell nicht verwenden, selbst wenn einem praktisch als Nutzer nicht viel passieren kann.

Was ist Filesharing?

Beim Filesharing teilt man mit anderen Nutzern Inhalte und Dateien auf seinem Rechner. Die Nutzer können dann untereinander die Dateien einsehen. Man braucht hierzu ein besonderes Programm. Natürlich handelt es sich grundsätzlich um eine gute Sache, wenn man etwa die Fotos der letzten Geburtstagsparty für alle Gäste bereitstellen möchte. Nur, wenn man auch fremde, d. h. urheberrechtlich geschützte Dateien mit anderen teilt, sollte man aufpassen, wenn man nicht die Erlaubnis dazu hat: Lädt man von einem anderen Nutzer eine urheberrechtlich geschützte Datei herunter und bietet man sie sogleich für andere Nutzer an. Dadurch verletzt man dann, ähnlich wie beim Download, die Urheberrechte als „Uploader“.

Was sind Tauschbörsen?

Bei Tauschbörsen tauschen Nutzer untereinander Dateien aus. Das ist bei eigenen Bildern oder Musikdateien mit selbsterstellten Stücken natürlich kein Problem. Nur wenn es sich um fremde Dateien handelt, wird es illegal, wenn man keine Erlaubnis dazu hat. Diese Tauschbörsen sind relativ einfach zu überwachen. Die Musikindustrie hat hier häufig ein Auge drauf.

Was kann passieren?

Die häufigste Reaktion ist zunächst eine Abmahnung durch eine von den Inhabern beauftragte Anwaltskanzlei. Sie fordert dann dazu auf, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben sowie einen bestimmten Geldbetrag zu bezahlen. Wie Sie im Falle einer Abmahnung am besten reagieren, lesen Sie hier.
Festzuhalten bleibt jedoch in jedem Fall: Nie die mitgesendete Unterlassungserklärung unterschreiben und einfach bezahlen. Holen Sie immer einen Rechtsrat ein, denn die von der professionellen Abmahnindustrie verwendeten Unterlassungserklärungen und damit verbundenen Folgen sind - wen sollte es auch wundern - ausschließlich zum Vorteil der angeblich verletzten Urheber und juristisch immer zum Nachteil der abgemahnten Person.

Das könnte Sie auch interessieren:
Internet
Abmahnung - was nun?
Illegaler Download - Haftung für Dritte
Illegaler Download - Haften Eltern für ihre Kinder?
Die Verjährungsfrist bei illegalen Downloads