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Einkommensteuer – Ihr Weg zur Steuererklärung

 

Die Steuererklärung zu machen ist oft eine mühsame Aufgabe. Um Ihnen diesen Weg zu erleichtern, haben wir für Sie einen Leitfaden erstellt, der Ihnen einen Überblick geben soll und Sie Ihrer Steuererstattung hoffentlich schnell näher bringt.
 

Das Wichtigste zuerst: Beachten Sie die Abgabefristen. Davon abhängig, ob Sie Ihre Steuererklärung freiwillig abgeben oder weil sie dazu verpflichtet sind, variieren die Fristen zwischen fünf Monaten und bis zu sieben Jahren.
 

Zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind Sie dann, wenn Sie in Deutschland leben und mehr als 8.130 € an Einkünften aus selbständiger Arbeit haben. Bei Ehepaaren verdoppelt sich der Grundfreibetrag auf insgesamt 16.260 €. Diese Werte erhöhen sich 2014 wahrscheinlich auf 8.354 € bzw. 16.708 €. Da die meisten Deutschen ihr Einkommen aus einem Angestelltenverhältnis beziehen, ergeben sich für die Abgabepflicht folgende Regeln:

Sie sind abgabepflichtig, wenn Sie Einkommen aus einer geringfügigen Beschäftigung, einem sogenannten Minijob, bezogen haben oder innerhalb eines Kalenderjahres bei mehr als einem Arbeitgeber angestellt waren. Dies gilt auch beim Erhalt jedweder Pauschalbeträge, wie beispielsweise der Pendlerpauschale. Ebenfalls steuerpflichtig sind Sie, wenn Sie Lohn- oder Entgeltersatzleistungen, zum Beispiel Eltern- oder Krankengeld, erhalten haben. Bei Ehepartnern besteht die Abgabepflicht, wenn beide einen Lohn beziehen und einer der Eheleute die Steuerklasse V oder VI hat. Eine Steuerpflicht besteht auch bei geschiedenen oder dauerhaft getrennt lebenden Eltern, wenn sie den Ausbildungsfreibetrag oder den Behindertenpauschbetrag nicht anteilig zu jeweils 50% beantragt haben. Abgabepflichtig sind Sie auch dann, wenn Ihre Ehe beendet wurde und Sie beziehungsweise Ihr ehemaliger Partner in ein und demselben Veranlagungszeitraum neu geheiratet hat.

Stichtag für die Abgabe ist immer der 31.5. des darauffolgenden Kalenderjahres. Sie haben also nur 5 Monate Zeit. Trifft Ihre Steuererklärung verspätet beim Finanzamt ein, müssen Sie mit einem Verspätungszuschlag rechnen. Wenn Sie also merken, dass Sie einer fristgerechten Abgabe nicht nachkommen können, dann beantragen Sie eine Fristverlängerung.

Wer nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, der muss dies auch nicht tun. Als Angestellter wird Ihnen jeden Monat Lohnsteuer von Ihrem Gehalt abgezogen und dadurch Ihre Steuerschuld bezahlt.

Haben Sie aber hohe Werbungskosten, also Aufwendungen, die zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung Ihrer Einnahmen dienen, so können und sollten Sie diese auch steuerlich geltend machen. Werbungskosten kann zum Beispiel für den Beruf relevante Fachliteratur oder Büromaterial sein. Auch außerordentliche Belastungen, wie Beerdigungskosten, können angegeben werden. Beachten Sie, alle Werbungskosten auch nachzuweisen, etwa durch Belege, wie Rechnungen oder Quittungen. Hatten Sie in dem Veranlagungszeitraum hohe Werbungskosten, dann können Sie durchaus mit einer Steuerrückerstattung rechnen. Bei einer freiwilligen Steuerklärung haben Sie vier Jahre Zeit. Der Stichtag ist hier jeweils der 31.12. und haben Sie diese Frist verpasst, ist eine Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand nicht mehr möglich. Auch ein Antrag auf Fristverlängerung ist bei freiwilliger Abgabe nicht vorgesehen.

Haben Sie alle Unterlagen zusammen, dann können Sie jetzt Ihre Einkommenssteuererklärung beim Finanzamt einreichen. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder auf den klassischen Wege mittels der amtlichen Formulare oder durch die von der Finanzverwaltung herausgegebene und kostenlose Software ELSTER. Bei diesen Formularen ist es mittlerweile auch gleichgültig, ob Sie diese handschriftlich oder am PC ausfüllen, solange sie von Ihnen unterschrieben wurden. Nutzen Sie ELSTER, dann ist die Versendung mit digitaler Signatur empfehlenswert, weil mit der Übertragung der Erklärung eine zusätzliche Einreichung einer komprimierten Erklärung über den Postweg hinfällig wird.

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