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Form einer Vollmacht - Was ist zu beachten?

Grundsätzlich sind Sie bei der Erteilung der Vollmacht nicht an eine Form gebunden. Sie können eine Vollmacht sogar mündlich erteilen.

Wenn für die Aufgabe, die der Bevollmächtigte für Sie übernehmen soll, eine bestimmte Form vorgeschrieben ist, muss die Vollmacht nicht zwangsläufig auch dieselbe Form einhalten. Das bedeutet veranschaulicht an diesem kleinen Beispiel:

Angenommen Sie möchten ein Grundstück kaufen. Für dieses Rechtsgeschäft, also den Kauf des Grundstücks, müssen Sie eine bestimmte Form einhalten – nämlich eine notarielle Beurkundung. Wenn Sie nun aber jemand anderen damit bevollmächtigen, das Grundstück für Sie zu kaufen, dann bedarf diese Vollmacht nicht automatisch auch dieser Form. Ganz losgelöst von dem Grundstückskauf genügt es, wenn Sie diese Vollmacht nur schriftlich erteilen. Mündlich wäre Sie jedoch nicht wirksam. Auch kann der Vertreter beispielsweise zunächst als Vertreter ohne Vertretungsmacht agieren, derjenige, in dessen Auftrag der Vertreter handelt, kann dann unter Umständen nachträglich dem Geschäfts zustimmen.

Aber natürlich gibt es von diesem Grundsatz der Unabhängigkeit beider Rechtsgeschäfte auch Ausnahmen. Es ist höchstrichterlich entschieden worden, dass die Vollmacht immer in solchen Fällen auch die Form des zugrundeliegenden Rechtsgeschäfts haben muss, wenn der Vollmachtgeber – also derjenige, der die Vollmacht erteilt - ganz besonders schutzwürdig ist. Dies ist dann der Fall, wenn der Formzwang eine Warnfunktion hat und der Vollmachtgeber durch die Erteilung der Vollmacht bereits rechtlich oder tatsächlich in gleicher Weise gebunden ist wie durch das Rechtsgeschäft selbst.

Im Zweifel empfiehlt es sich also, doch lieber mal kurz beim Notar nachzufragen.


Eine rechtliche Gebundenheit liegt zum Beispiel dann vor, wenn die Erteilung der Vollmacht nicht widerrufen werden kann.

Eine tatsächliche Gebundenheit liegt dann vor, wenn der Nichtgebrauch der Vollmacht mit Nachteilen für den Vollmachtgeber (z. B. einer Vertragsstrafe) verbunden ist, wenn der Vollmachtgeber den Weisungen des Erwerbsinteressenten unterliegt oder wenn der Bevollmächtigte ein Insichgeschäft vornehmen kann und dadurch eine endgültige Bindung eintritt.

Abgesehen von den eben genannten Ausnahmen, die aus der Rechtsprechung hervorgegangen sind, gibt es noch weitere Ausnahmen, bei welchen auch die Vollmacht an eine Form gebunden ist. Diese befinden sich im Gesetz. Eine „normale“ Schriftform ist zum Beispiel dann vorgeschrieben, wenn der Bevollmächtigte in eine Freiheitsentziehung oder einen medizinischen Eingriff einwilligen soll (Stichwort Vorsorgevollmacht). Ein weiteres Beispiel für eine formbedürftige Vollmacht ist auch die Vertretung vor Gericht.

Immer empfehlenswert ist jedoch - und das allein schon aus Beweisgründen – eine Vollmacht immer schriftlich zu erteilen. Auf unseren Seiten helfen wir Ihnen, die Beweisfunktion einer Vollmacht zu erhalten und ggf. auch Dinge einzutragen, an welche Sie ggf. nicht selbst gedacht hätten. Zum Beispiel die Dauer der Vollmachtserteilung einzuschränken, sich zum Insichgeschäft zu äußern oder ob es der bevollmächtigen Person ggf. auch gestattet sein soll Untervollmacht zu erteilen.

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