Konto anlegen
Anmelden
zeige/verstecke Menü

Gemeinsames Sorgerecht – Was Sie auf jeden Fall wissen sollten

Wer trägt das Sorgerecht bei nichtehelichen Lebensgemeinschaften?

Das Sorgerecht in nichtehelichen Lebensgemeinschaften hat bei der Geburt zunächst allein die Mutter des Kindes. Gibt der Vater eine sogenannte Sorgerechtserklärung ab, dann erhalten beide Elternteile das gemeinsame Sorgerecht, auch wenn sie nicht miteinander verheiratet sind. Eine Sorgerechtserklärung muss öffentlich beurkundet werden. Das können Sie entweder bei einem Notar oder beim Jugendamt erledigen. Trennen Sie sich später wieder, so gilt wie auch bei verheirateten Paaren: Das gemeinsame Sorgerecht bleibt zunächst bestehen, ein alleiniges Sorgerecht kann nur aufgrund eines Beschlusses des Familiengerichts übertragen werden.

Übrigens, die Sorgerechtserklärung ist keine Vaterschaftsanerkennung. Mehr zum Thema Vaterschaftsanerkennung erfahren Sie hier: Vater werden ist nicht schwer - Ihr Weg zur Vaterschaft.

Wer trägt das Sorgerecht nach einer Trennung oder Scheidung?

Das Sorgerecht nach einer Trennung oder Scheidung bleibt zunächst unberührt. Erst wenn ein Elternteil damit nicht einverstanden ist, entscheidet ein entsprechender Gerichtsentschluss, ob und wer zukünftig das alleinige Sorgerecht haben soll. Ausschlaggebend für das Urteil des Familiengerichts ist lediglich das Wohl des Kindes. Das alleinige Sorgerecht stellt aber eher eine Ausnahme dar. Erst wenn ein gemeinsames Sorgerecht nicht zumutbar ist, etwa wegen einer Haftstrafe, einem langen Aufenthalt im Ausland oder weil der andere Elternteil in der Vergangenheit gewalttätig war, ist es ratsam, ein alleiniges Sorgerecht zu beantragen. Kleinere Meinungsverschiedenheiten reichen aber hierfür noch nicht aus. Beantragen Sie die alleinige Sorge für Ihr Kind und der andere Elternteil ist damit einverstanden, dann wird das Sorgerecht ohne Schwierigkeiten auf Sie übertragen.

Welche Rechte haben unverheiratete Väter?

Die Rechte unverheirateter Väter wurden mit einer im Mai 2013 in Kraft tretenden Gesetzesreform gestärkt. So bekommen Väter jetzt das Mitsorgerecht für ihre Kinder auch dann, wenn die Mutter das ablehnt. Unverheiratete Frauen erhalten zwar immer noch mit der Geburt zunächst das alleinige Sorgerecht, aber jetzt kann der Vater des Kindes beim Familiengericht die Mitsorge beantragen. Bisher musste die Mutter einer Sorgerechtserklärung des Vaters zustimmen, damit dieser ebenfalls sorgeberechtigt wurde. Ein gemeinsames Sorgerecht soll nach den Neuregelungen nur noch verweigert werden können, wenn hierdurch das Kindeswohl beeinträchtigt würde. Dies gilt auch für Altfälle.

Alleiniges Sorgerecht unverheirateter Väter?

Alleiniges Sorgerecht unverheirateter Väter ist mit der neuen Gesetzesreform schneller und einfacher erreichbar. Bisher war es nur mit dem Einverständnis der Mutter und in seltenen Ausnahmefällen möglich, dass der ledige Vater das alleinige Sorgerecht erhielt. Jetzt kann der Vater auch ohne diese Zustimmung die Alleinsorge beantragen. Der Antrag hat Aussicht auf Erfolg, wenn ein gemeinsames Sorgerecht nicht in Frage kommt und die Alleinsorge dem Wohl des Kindes dient. Diese Neuregelung, die voraussichtlich im Sommer 2013 in Kraft tritt, umfasst auch Altfälle.

Was sind Umgang- und Besuchsrecht?

Umgangs- und Besuchsrecht sind tatsächlich ein Recht des Kindes auf den Umgang mit beiden Elternteilen. Das Umgangs- und Besuchsrecht ermöglicht dem Elternteil, der nicht mit dem Kind zusammenlebt, sich regelmäßig vom Entwicklungsstand des Kindes zu überzeugen und dem Kind, trotz Trennung seiner Eltern, eine familiäre Beziehung gleichermaßen zu Mutter und Vater aufzubauen. Beide Elternteile sind dazu angehalten, sich bei dem Umgangs- und Besuchsrecht zu einigen. Erst wenn das nicht möglich ist, entscheidet ein Gericht über die Ausgestaltung des Umgangsrechts. Auch Geschwister und Großeltern, in Einzelfällen sogar der ehemalige Lebensgefährte eines Elternteils, können ein Umgangs- und Besuchsrecht haben. Dieses kann auch zwangsweise durchgesetzt werden. Neben Zwangsgeld droht bei fortlaufender Missachtung oder Vernachlässigung des Umgangsrechts sogar der Entzug des Sorgerechts.

Sie haben noch mehr Fragen? Dann finden Sie hier Antworten auf 5 weitere Fragen aus dem Sorgerecht.

Das könnte Sie auch interessieren:
Trennung und Scheidung
5 Fragen zum Thema Sorgerecht
Ihre persönliche Checkliste: Anträge und Behördengänge nach der Geburt Ihres Kindes
Vater werden ist nicht schwer… - Ihr Weg zur Vaterschaft
Lebensprojekt Familie – Vorbereitung nicht nur auf schmutzige Windeln