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Haftungsfragen bei der GbR

Wenn eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet werden soll, muss man sich vor allem auch mit der Frage der Haftung der Gesellschafter auseinandersetzen. Da die GbR eine nur teilrechtsfähige Personengesellschaft ist, für die die besonderen handelsrechtlichen Vorschriften keine Anwendung finden, stellt die Haftung der Gesellschafter einen wichtigen Punkt dar. An dieser Stelle erfahren Sie das Wichtigste zur Haftung in der GbR.

Die grundsätzliche gesamtschuldnerische Haftung

Die Haftung in der GbR erfolgt grundsätzlich gesamtschuldnerisch. Das bedeutet, dass jeder einzelne Gesellschafter persönlich und unbeschränkt für die Verbindlichkeiten der gesamten Gesellschaft haftet. Wenn ein Geschäftspartner mit einem Gesellschafter einen Vertrag geschlossen hat und er daraus beispielsweise einen Anspruch auf eine Geldsumme hat, dann kann er jeden einzelnen Gesellschafter der GbR in Anspruch nehmen und die komplette Summe von diesem verlangen. Er kann sich aussuchen, ob er gegen einen, gegen mehrere oder gegen alle Gesellschafter vorgeht. In der Regel wird wohl derjenige „gewählt“, der am finanzstärksten ist. Vor diesem Anspruch kann sich der Gesellschafter nicht retten; er kann anschließend nur im sogenannten „Innenverhältnis“ von den anderen Gesellschaftern Ersatz verlangen. Besitzen die Mitgesellschafter aber nicht ausreichend Vermögen, dann hat der in Anspruch genommene Gesellschafter diese Schuld ganz alleine zu tragen.

Folglich ist es also so, dass eine Insolvenz der Gesellschafter von den jeweiligen Mitgesellschaftern abhängt.

Eine Beschränkung dieser sogenannten gesamtschuldnerischen Haftung ist nur durch einen Individualvertrag mit dem jeweiligen Geschäftspartner möglich. Das heißt, dass immer dann, wenn ein Vertrag mit einem Geschäftspartner im Außenverhältnis geschlossen wird, es je nach Art des Geschäftes ratsam sein kann, die Beschränkung der Haftung schriftlich festzuhalten. Andere Möglichkeiten, wie z. B. die Gründung einer „GbR mit beschränkter Haftung“ oder die Aufnahme einer pauschalen Beschränkungsklausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der GbR selbst ist nicht möglich.

Die Haftung bei Wechsel eines Gesellschafters

Wenn ein Gesellschafter aus der Gesellschaft ausscheidet, dann haftet er für die Verbindlichkeiten, die bis zu seinem Ausscheiden begründet wurden. Das ist die sogenannte Nachhaftung. Diese Nachhaftung ist nur dann ausgeschlossen, wenn es um Ansprüche geht, die erst nach 5 Jahren nach dem Ausscheiden fällig werden.

Wenn ein neuer Gesellschafter in die Gesellschaft eintritt, dann haftet dieser auch für die Verbindlichkeiten, die bereits vor seinem Eintritt begründet wurden.

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