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Haftungsfragen in der GmbH

Namensgebendes Merkmal der GmbH ist die beschränkte Haftung. Aber wer haftet eigentlich in welcher Situation? Muss ein Gesellschafter gegenüber Dritten haften? Und wer steht ein, wenn sich der Geschäftsführer pflichtwidrig verhalten hat? Antworten auf Haftungsfragen in der GmbH finden Sie hier.

Haftung der Gesellschaft

Wie sich bereits aus der Bezeichnung GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) ergibt, ist die Haftung in der Gesellschaft beschränkt. Das bedeutet, dass die Gesellschaft selbst für ihre Verbindlichkeiten mit ihrem Gesellschaftsvermögen haftet – und zwar unbeschränkt. Die Beschränkung bezieht sich darauf, dass die Gesellschafter für Verbindlichkeiten der Gesellschaft nicht mit ihrem privaten Vermögen haften.

Haftung der Gesellschafter gegenüber Dritten

Die Gesellschafter haften gegenüber Dritten nicht mit ihrem privaten Vermögen. Das ist ja gerade der Vorteil an der Rechtsform der GmbH. Allerdings kann dieser Grundsatz auch durchbrochen werden – beispielsweise wenn ein Fall des sog. Haftungsdurchgriffs vorliegt. Dieser ist jedoch nur in bestimmten Fallkonstellationen möglich; zum Beispiel im Fall der Vermögensvermischung. Haben die Gesellschafter eigenes Vermögen mit dem der Gesellschaft vermischt, so können Dritte (die Gläubiger der Gesellschaft) auf das vermischte Vermögen zurückgreifen. Dieses enthält dann auch das Vermögen der Gesellschafter. Allerdings können nur diejenigen davon betroffen sein, die das Vermögen auch tatsächlich vermischt haben.

Haftung der Gesellschafter gegenüber der GmbH

In bestimmten Fällen, müssen die Gesellschafter allerdings selbst gegenüber der GmbH haften. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn noch Einlage- oder Nachschusspflichten ausstehen oder ein Gesellschafter pflichtwidrige Auslagen getätigt hat. Bei der Haftung handelt es sich dann um die Sicherung der Einlage. Wichtig ist aber, dass jeder Gesellschafter nur in Höhe seiner Quote am Stammkapital, also seiner Beteiligung, haftet. Etwas anderes kann gelten, wenn die anderen Gesellschafter insolvent sind.

Haftung der Geschäftsführer der GmbH

Gesetzt dem Fall, dass der Geschäftsführer eine ihm obliegende Pflicht verletzt hat, muss er der Gesellschaft gegenüber den entstandenen Schaden ersetzen. Dies gilt jedoch nicht gegenüber den Gesellschaftern oder etwaigen Dritten. Es muss sich bei der Pflichtverletzung um eine individuelle Verantwortlichkeit handeln. Das bedeutet, dass dem Geschäftsführer kein pflichtwidriges Verhalten eines Mitarbeiters oder eines Mitgesellschafters zugerechnet werden kann. Für den Fall, dass eine GmbH bereits insolvenzreif war, der Geschäftsführer aber noch weitere Zahlungen geleistet hat oder es zu einer Überschuldung gekommen ist, haftet der Geschäftsführer gegenüber der GmbH für die daraus entstandenen Schäden. Für dieses Risiko gibt es spezielle Versicherungen für geschäftsführende Personen.

Gesamtschuldnerische Haftung

Sollten allerdings mehrere Personen für einen entstandenen Schaden verantwortlich sein, dann haften sie gesamtschuldnerisch. Das bedeutet, dass der Schaden nur einmal insgesamt eingefordert werden kann. Es kann vorkommen, dass der Gläubiger die Zahlung von nur einem Schuldner verlangt. Diese Person hat den Schaden dann auch zunächst zu begleichen. Im Innenverhältnis wird dies dann aber wieder untereinander ausgeglichen. Auch Dritte, beispielsweise Mitarbeiter, können mit haften.

Dieser Artikel ist nur ein Kurzeinblick in die Haftungssituationen in der GmbH; die Konstellationen sind an sich viel komplexer. Wir wollen allerdings nur einen kurzen Einblick geben.

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