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Indexmiete und Staffelmiete: Was Sie beachten sollten

Im Gegensatz zu Mietverträgen mit festen Mietpreisen ist bei Index- und Staffelmietverträgen die Miete flexibel. Doch Index- und Staffelmiete sind nicht das Gleiche. Wir erklären Ihnen den Unterschied:

Was ist ein Indexmietvertrag?

Bei Indexmietverträgen ist der Mietpreis nicht stabil und auf eine bestimmte Höhe festgelegt, sondern steigt über die festgelegte Basismiete nach von Mieter und Vermieter anerkannten Vorgaben hinaus. Grundlage für diese Mietanpassungen ist der Preisindex für Lebenshaltungskosten des Statistischen Bundesamtes. Dieser ermittelt die durchschnittliche Preisveränderung aller Konsumgüter und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten in Deutschland gekauft bzw. genutzt werden. Ein anderer Index als Bezugsgrundlage für Indexmietverträge ist unzulässig.

Wann und wie oft kann sich der Mietpreis ändern?

Bei Indexmietverträgen ist die Miete langfristig zwar veränderlich aber innerhalb eines Jahres stabil. Die Neuberechnung des Mietpreises muss stets schriftlich erfolgen. Die Miete ist deshalb nicht gleich bleibend, weil sie an die Entwicklung des Verbraucherpreisindexes gekoppelt ist. Aufgrund dieser Abhängigkeit von Index und Mietpreis kann das Mietniveau mit der Zeit plötzlich sehr hoch, aber auch unerwartet niedrig sein. Doch ähnlich wie bei Staffelmietverträgen gilt die Sperrfrist von einem Jahr, in welchem die Miete nicht erhöht werden darf.

Eine veränderliche Miete mit einer vertraglich festgesetzten Steigerung um einen bestimmten Prozentanteil pro Jahr ist hingegen keine Index-, sondern eine Staffelmiete.

Was ist ein Staffelmietvertrag?

Staffelmietverträge sind eine weitere Form von Mietverträgen, bei denen schon bei Vertragsabschluss geregelt ist, wann und um wie viel der Mietpreis erhöht wird. Der Mietvertrag muss hierbei nicht zwangsläufig befristet sein.

Voraussetzung für einen wirksamen Staffelmietvertrag ist zunächst, dass die Mietpreiserhöhung als Geldbetrag festgelegt werden muss. Darüber hinaus gilt wie auch bei Indexmietverträgen die Sperrfrist von einem Jahr, in welchem die Miete unverändert bleiben muss. Da bei Staffelmietverträgen die Miete automatisch steigt, ist eine Erhöhung, die über die vereinbarte Summe hinausgeht, nur in Ausnahmefällen möglich. Dies gilt auch dann, wenn der Vermieter Modernisierungen an der Mietsache vorgenommen hat.

Wo liegen die Vorteile?

Staffelmietverträge sind insbesondere für den Vermieter vorteilhaft. Da die Miete bereits zu festgelegten Terminen steigt, entfallen extra Schreiben mit der Forderung einer Mieterhöhung. Der Vermieter muss dann auch nicht begründen, weshalb die Miete erhöht werden soll. Für den Vermieter kann aber gerade die Tatsache, dass er schon bei Vertragsabschluss weiß, wann die Miete um wie viel steigen wird, eine gewisse Planungssicherheit geben.

Die Kappungsgrenze von maximal 20 Prozent binnen drei Jahren gilt deshalb hier nicht. Nichtsdestotrotz darf es auch bei Staffelmietverträgen nicht zu einer Überhöhung der Mietpreise kommen.

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