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Mutterschutz – 10 wichtige Fragen für Sie beantwortet Teil 2

6. Was beinhaltet der Mutterschutz am Arbeitsplatz?

Ihr Arbeitgeber darf weder Sie noch Ihr ungeborenes Kind einer Gefahr für Leben oder Gesundheit aussetzten. So gilt ein grundsätzliches Beschäftigungsverbot für alle Schwangeren, wenn sie nach dem fünften Schwangerschaftsmonat länger als vier Stunden am Tag stehen müssen oder sie extremen Umweltbedingungen (Hitze, Kälte, Nässe, usw.) oder gesundheitsgefährdenden Stoffen (Strahlen, Gase, chemische Stoffe, usw.) ausgesetzt sind. Dies gilt auch bei körperlich schwerer Arbeit und körperlich schädlichen Haltungen, sowie unter Zeitdruck bedingten Aufgaben (zum Beispiel Akkord- und Fließbandarbeit) und bei Geräte- und Maschinenbedienung mit prinzipiell erhöhter Unfallgefahr. Ferner gilt ein Beschäftigungsverbot in Nachtschichten (also zwischen 20 und 6 Uhr), sowie an Sonn- und Feiertagen. Nach dem dritten Monat gilt das Beschäftigungsverbot für die Arbeit auf Beförderungsmitteln. Diese Vorschriften gelten insbesondere auch für stillende Mütter. Ihnen werden darüber hinaus auch außerordentliche Stillpausen garantiert.

7. Was ist, wenn Sie während der Schwangerschaft nicht mehr arbeiten können?

Wenn Sie während der Schwangerschaft nicht mehr in der Lage sind Ihrer Beschäftigung nachzugehen, dann muss Ihnen zunächst ein Arzt ein entsprechendes Attest ausstellen und ein persönliches Beschäftigungsverbot aussprechen. Um sich darauf berufen zu können, müssen die Beschwerden in jedem Fall schwangerschaftsbedingt, aber auch so belastend sein, dass das Leben oder die Gesundheit der Mutter oder des Kindes bei Weiterarbeit gefährdet wäre. Das gilt natürlich auch für den Zeitraum nach der Geburt. Der Arbeitgeber ist an das Beschäftigungsverbot gebunden und kann darüber hinaus nicht von Ihnen verlangen, sich von einem anderen Arzt untersuchen zu lassen.

8. Bekomme ich Lohn trotz Mutterschutz?

Ja, denn Schwangere und frisch gebackene Mütter haben einen gesetzlichen Anspruch auf Lohnfortzahlung: Die Höhe des Mutterschaftsgeldes (auch Mutterschutzlohn genannt) richtet sich nach dem vor der Schwangerschaft erzielten Einkommen und garantiert für die Zeit des Beschäftigungsverbots den bisherigen Durchschnittsverdienst.

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen hierbei bis zu 13 Euro pro Tag, der Arbeitgeber zahlt die Differenz, bis die Summe des Durchschnittsverdienstes erreicht ist. Sind Sie privat krankenversichert, so erhalten sie einmalig 210 Euro vom Bundesversicherungsamt. Der Arbeitgeber zahlt wieder die Differenz, sodass Sie auch mit privater Krankenversicherung Ihr durchschnittliches Nettoeinkommen beziehen. Geringfügig Beschäftigte (sogenannte Minijobber) erhalten lediglich eine Einmalzahlung des Bundesversicherungsamtes in Höhe von 210 Euro. Bei Selbständigen und Studentinnen hängt der Anspruch des Mutterschaftsgeldes von der jeweiligen Krankenkasse ab.

9. Gibt es Fristen beim Mutterschutz?

Die Schutzfrist beginnt in der Regel sechs Wochen vor dem Geburtstermin und endet zwei Monate danach. Im Falle einer Früh- oder Mehrlingsgeburt wird, nach ärztlichem Attest, der Zeitraum auf zwölf Wochen nach der Geburt verlängert.

Sie können aber auch eine Bereitwilligkeitserklärung abgegeben und dadurch vor der Geburt auch während der Schutzfrist arbeiten. Dies ist aber nur für den Zeitraum vor der Geburt möglich. Während des gesamten Mutterschutzzeitraumes haben Sie also Anspruch auf Zahlung von Mutterschaftslohn.

10. Wie wird das Mutterschutzgeld beantragt?

Der Mutterschutzlohn wird nicht vom Arbeitgeber, sondern von Ihnen beantragt. Gesetzlich Krankenversicherte stellen den Antrag bei ihrer Krankenkasse, privat Versicherte und geringfügig Beschäftigte stellen den Antrag auf Mutterschutzlohn beim Bundesversicherungsamt. Dem Antrag ist auf jeden Fall eine Bescheinigung des Arztes über den erwarteten Geburtstermin beizulegen, denn auf deren Grundlage wird die Mutterschutzzeit errechnet.

Nach Ablauf des Mutterschutzes kann sowohl Elternzeit, als auch Erziehungsgeld in Anspruch genommen werden – auch vom Vater des Kindes.

Sie wollen noch mehr zum Thema erfahren: Mutterschutz – 10 wichtige Fragen für Sie beantwortet Teil 1 oder erfahren Sie hier mehr über das Thema Vaterschaft.

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