Konto anlegen
Anmelden
zeige/verstecke Menü

Schenken statt Vererben - Wann es sich wirklich lohnt

Denken Sie darüber nach Vermögen schon zu Lebzeiten zu übertragen? Das kann sich auch in vielen Fällen lohnen. Um jedoch böse Fallen zu vermeiden - z. B. bei späterer Verarmung des Schenkers - sollten Schenkungen stets wohlüberlegt sein.

Warum überhaupt schenken statt vererben?

Es gibt mehrere Gründe, warum man sein Vermögen, oder zumindest ein Teil davon, schon zu Lebzeiten an seine Kinder verschenken möchte.

Mancher möchte seinen Kindern den Einstieg ins Berufsleben oder ins Familienleben erleichtern. Viele Menschen sind auch auf die Pflege von Familienangehörigen angewiesen. Daher vereinbaren sie mit der Person, dass diese mit ins Haus einzieht und die Pflege übernimmt. Dann wird oft vereinbart, dass dieser Person das Haus schon zu Lebzeiten geschenkt wird.

Oder aber sie wollen ungeliebten Kindern den Pflichtteil entziehen. Schenkungen zu Lebzeiten an „bevorzugte“ Kinder können unter bestimmten Bedingungen eine Lösung sein. Weitere Aspekt von Schenkungen zu Lebzeiten sind steuerliche Motive. Wenn bestimmte Regeln beachtet werden, können Sie erreichen, dass Vermögenswerte steuerfrei übertragen werden können.

Welche steuerlichen Vorteile hat eine Schenkung?

Viele Menschen denken, dass es grundsätzlich besser ist aus steuerlichen Gründen zu verschenken, statt zu vererben. Dies ist jedoch so nicht richtig. Sowohl die Steuersätze als auch die Freibeträge im Erbrecht und im Schenkungsrecht sind im Grundsatz gleich.

Den Kindern des Verstorbenen steht jeweils ein Steuerfreibetrag in Höhe von 400.000 Euro zu. Liegen Sie mit Ihrem Vermögen unterhalb dieser Freibeträge, müssen hierfür keine Steuern entrichtet werden. Wenn Vermögenswerte die Freibeträge überschreiten, könnte sich eine Schenkung zu Lebzeiten lohnen. Denn Sie können die Zehnjahresfrist bei Schenkungen zu Ihrem Vorteil anwenden. Schenkungen bleiben zu 100 % unberücksichtigt, wenn seit der Schenkung 10 Jahre vergangen sind. Schenken Sie 2018 ein Teil Ihres Vermögens, an beispielsweise eines Ihrer Kinder, können Sie Ihr Kind 2028 erneut beschenken, ohne dafür Steuern zahlen zu müssen. Sind jedoch bis zum Erbfall keine 10 Jahre verstrichen, haben leer ausgehende gesetzliche Erben einen Anspruch auf Pflichtteilsausgleich.

Daher: Verschenken Sie rechtzeitig Ihr Vermögen, so ist der Pflichtteilanspruch eines Kindes, dessen Anteil Sie gering halten wollen, hinsichtlich dieses verschenkten Vermögenswertes später meist nicht zu berücksichtigen.

Kann man eine Schenkung zu Lebzeiten zurücknehmen?

Eine Schenkung sollte stets wohlüberlegt sein. Denn es gibt den Grundsatz: „Geschenkt ist geschenkt“ und das Geschenkte kann nur in wenigen Ausnahmefälle zurückverlangt werden. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Schenker verarmt ist und seinen Lebensunterhalt nicht mehr selbständig bestreiten kann. Weiter könnte eine Schenkung auch bei grobem Undank oder einer schweren Verfehlung zurückverlangt werden.

Wie kann man vorbeugen?

Um finanzielle Engpässen beim Schenkenden oder Streitigkeiten vorzubeugen, können Sie auch unter bestimmten Auflagen verschenken. Verschenken Sie zu Lebzeiten Ihr Haus an eines Ihrer Kinder, so ist eine Vereinbarung einer Gegenleistung im Schenkungsvertrag empfehlenswert. Dies könnte beispielsweise ein lebenslanges Wohnrecht, Zahlung einer Rente oder Übernahme eines Grundschulddarlehens sein. Lassen Sie sich stets von einem Anwalt und/oder einem Steuerberater beraten, was für Sie im Einzelfall am besten in Frage kommt.

Das könnte Sie auch interessieren:
Steuern und Finanzen
Das Testament schreiben - was man darüber wissen sollte
10 Dinge, die Sie über ein Testament wissen sollten
Erbrecht
Die gesetzliche Erbfolge - wer erbt, wenn kein Testament oder Erbvertrag vorliegt?