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Sorgerechtsverfügung – 10 Dinge, die Sie wissen sollten Teil 1

1. Was ist eine Sorgerechtsverfügung?

Stirbt ein Elternteil oder wird er zum Beispiel aufgrund einer Krankheit oder Behinderung geschäftsunfähig, so geht bei verheirateten Paaren das Sorgerecht automatisch auf den überlebenden Elternteil über. Bei geschiedenen oder nichtehelichen Eltern ist das leider nicht so einfach. Eine Sorgerechtsverfügung verhindert, dass im Krankheits- oder Todesfall das Gericht bzw. das Jugendamt alleine über Ihre Kinder entscheidet. Vergleichbar ist die Sorgerechtsverfügung also mit einem Testament: Eltern können für den Fall ihres Todes einen gesetzlichen Vormund für ihre minderjährigen Kinder bestimmen.

2. Sorgerechtsverfügung: Warum ist das so wichtig?

Wenn die Eltern versterben, geht das Sorgerecht hinsichtlich der minderjährigen Kinder nicht automatisch auf die Verwandten über. Eltern haben aber die Möglichkeit in einer sogenannten Sorgerechtsverfügung festzulegen, wer sich nach Ihrem Tod um Ihre Kinder kümmern soll.

3. Wie läuft die Sorgerechtsübertragung ab?

Das Familiengericht prüft zunächst mit Hilfe des Jugendamtes, ob die Sorgerechtsübertragung zum Wohle des Kindes ist. Kommt es zu dem Ergebnis, dass eine Übertragung des Sorgerechts auf den anderen Elternteil oder den in der Verfügung gewünschten Vormund nicht dem Kindeswohl entspricht, dann entscheidet nun das Vormundschaftsgericht. Dieses ordnet eine Vormundschaft an und bestellt gleichzeitig eine geeignete Person.

4. Gemeinsames Sorgerecht – was passiert im Todesfall?

Haben beide Eltern das gemeinsame Sorgerecht und stirbt ein Elternteil, so bleibt das Sorgerecht bei dem überlebenden Partner. Dieser ist ab diesem Zeitpunkt somit allein sorgeberechtigt. Dies gilt auch für geschiedene oder getrennt lebende Paare.

5. Wann wird eine Übertragung des Sorgerechts ausgeschlossen?

Soll die Übertragung des Sorgerechts auf den anderen Elternteil ausgeschlossen werden, so verlangt das Gesetz hierfür überzeugende Gründe. Diese liegen zum Beispiel vor, wenn der auszuschließende Elternteil ein massives Alkoholproblem hat oder sich nachweislich bisher nicht um das Kind gekümmert hat. In diesem Fall prüft das Familiengericht, ob der in der Verfügung genannte Vertreter geeignet ist und eine Übertragung des Sorgerechts an ihn auch dem Kindeswohl entspricht. Liegt dies vor, so wird er als gesetzlicher Vormund bestimmt und hat ab diesem Zeitpunkt das Sorgerecht.

Sie möchten noch mehr erfahren, dann schauen Sie sich doch Sorgerechtsverfügung – 10 Dinge, die Sie wissen sollten Teil 2 an.

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