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Sorgerechtsverfügung – 10 Dinge, die Sie wissen sollten Teil 2

6. Alleinerziehend - wer bekommt das Sorgerecht?

In der Regel fällt auch bei Alleinerziehenden, die das alleinige Sorgerecht haben, im Todesfall die Sorge für die Kinder an den verbleibenden Elternteil. Dies kann jedoch durch eine Sorgerechtsverfügung ausgeschlossen werden. Darin sollte aber begründet werden, weshalb eine Sorgerechtsübertragung auf den verbleibenden Elternteil gerade nicht dem Kindeswohl entspricht.

7. Keine Sorgerechtsverfügung – was passiert dann?

Haben Eltern oder Elternteile keine Sorgerechtsverfügung getroffen, dann entscheidet das Familiengericht darüber, wer sich in Zukunft um das Kind kümmern soll. Verstirbt der allein Sorgeberechtigte, dann überträgt das Gericht das Sorgerecht in der Regel auf den überlebenden Elternteil. Sterben beide Elternteile, dann bestimmt das Gericht mit Hilfe des Jugendamts einen geeigneten Vormund.

8. Personen- und Vermögensvorsorge – Was ist das?

Das Sorgerecht besteht aus der Personen- und der Vermögenssorge.

Die Personensorge sichert die Erziehung des Kindes. Bei der Vermögenssorge geht es nur um die finanziellen Angelegnheiten des Kindes. In der Sorgerechtsverfügung kann (und sollte) auch eine Entscheidung hierüber getroffen werden. Personen- und Vermögensvorsorge müssen nämlich nicht auf dieselbe Person entfallen. Während ein Familienmitglied beispielsweise mit der Erziehung betreut werden kann, kann die Verwaltung des Vermögens auch von einer anderen Person übernommen werden, wenn dies sinnvoll erscheint.

Zur Personen - und Vermögensvorsorge lesen Sie auch: 5 Fragen zum Thema Sorgerecht.

9. Wer sollte das Sorgerecht bekommen?

Im Idealfall sollten sich beide Elternteile über den zukünftigen Vormund ihrer Kinder einig sein und eine gemeinsame Verfügung verfassen. Es kann jedoch sein, dass jeder Elternteil einen anderen Vormund benennt: Dann gilt die Verfügung des zuletzt verstorbenen Elternteils. Stirbt zunächst der Vater oder wird er geschäftsunfähig, so geht das Sorgerecht auf die Mutter über. Stirbt auch sie bzw. wird auch sie geschäftsunfähig, dann ist die Verfügung des Vaters irrelevant.

Es sollte am besten darauf geachtet werden, dass das Kind in seinem gewohnten Umfeld bleibt und von einer ihm vertrauten Person betreut wird. Die Großeltern können eine solche Bezugsperson für das Kind sein. Aber auch Geschwister oder Paten können als Vormund für das Kind eingesetzt werden.

10. Welche Formalien muss man bei einer Sorgerechtsverfügung beachten?

Zunächst sollte der zukünftige Vormund vollständig, bestenfalls mit Kontaktdaten, benannt werden, sodass er vom Gericht leicht aufzufinden ist. Ähnlich wie bei einem Testament sollte auch die Sorgerechtsverfügung mit einer Originalunterschrift versehen sein. Die unterschriebene Verfügung sollte dann an einem sicheren Ort, zum Beispiel bei einem Anwalt oder Notar, aber auch in der Kita des Kindes, hinterlegt werden, sodass sie nicht abhandenkommen oder unterdrückt werden kann.

Sie möchten noch mehr erfahren, dann schauen Sie sich doch Sorgerechtsverfügung – 10 Dinge, die Sie wissen sollten Teil 1 an.

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