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Steuerbescheid – Was tun bei Steuernachzahlung?

 

Sie haben Ihren Steuerbescheid erhalten? Jetzt ist Ihnen sicherlich erst einmal wichtig, was unter dem Strich an Erstattung oder Nachzahlung für Sie rauskommt. Erhalten Sie eine Steuerrückzahlung, dann ist ja alles gut. Doch was passiert, wenn Sie etwas ganz anderes ausgerechnet haben und Sie statt der erwarteten Rückzahlung nun eine Nachzahlung erwartet? Wir verraten Ihnen wie Sie jetzt vorgehen sollten:


Alles richtig?

Zunächst sollten Sie den Bescheid genau prüfen, denn Abweichungen oder Fehler sind nicht immer leicht zu erkennen. Die vom Finanzamt geprüften Punkte stehen unter „Erläuterungen“ etwas versteckt auf dem Steuerbescheid. In vielen Fällen setzt das Finanzamt den Steuerbescheid erst einmal vorläufig fest. Unter den Erläuterungen finden Sie auch den sogenannten Vorläufigkeitsvermerk. In den dort aufgeführten Punkten bleibt der Bescheid also zunächst offen und kann deshalb später und auch noch nach Ablauf der dreimonatigen Einspruchsfrist zu Ihren Gunsten abgeändert werden. Sind im Bescheid Verweise auf ein anhängiges Verfahren enthalten, dann ist der Bescheid ebenfalls nur vorläufig und Sie sollten erst den Ausgang abwarten, bevor Sie Einspruch einlegen.


Fehler oder Widersprüche?

Entdecken Sie allerdings Fehler oder Widersprüche in Ihrem Bescheid, sollten Sie auf jeden Fall Einspruch einlegen. Der Einspruch ist gebührenfrei und binnen eines Monats nach Erhalt des Bescheids möglich.

Prüfen Sie als erstes ihre Personenstandsangaben und die Richtigkeit Ihrer Einnahmen und Ausgaben. Sind die auf dieser Basis berechneten Ergebnisse auch richtig? Abweichungen Ihrer Angaben müssen von dem bearbeitenden Beamten stets erklärt werden; fehlt eine Erläuterung, dann können Sie bereits deshalb Einspruch einlegen. Auch wenn Ihnen im Nachhinein noch Werbungskosten oder Sonderausgaben einfallen, die Sie vergessen haben geltend zu machen oder Sie Freibeträge übersehen haben, dann können Sie das mit dem Einspruch nachholen. Wenn Sie Kinder haben, prüfen Sie, ob die richtige Zahl der Kinder und die entsprechende Höhe des Freibetrages beachtet wurden.


Welche Fristen gibt es?

Die Einspruchsfrist beträgt 1 Monat. Der Beginn der Monatsfrist ergibt sich aus dem auf dem Bescheid angegebenen Datum plus 3 Tage. Genau einen Monat später ist die Frist zu Ende. Sollte das Fristende auf einen Samstag, Sonn- oder Feiertag fallen, dann haben Sie bis zum darauffolgenden Montag Zeit Ihren Einspruch einzureichen. Fehlt die Rechtsbehelfsbelehrung am Ende des Bescheids, so verlängert sich die Einspruchsrist auf ein Jahr.


Was passiert nach der Einspruchsfrist?

Mit dem Ablauf der Einspruchsfrist wird der Steuerbescheid bestandskräftig und ist nur noch in Ausnahmefällen anfechtbar: Ein Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand hat nur Aussicht auf Erfolg, wenn Sie die Einspruchsfrist nicht schuldhaft versäumt haben. Dies ist zum Beispiel bei längerer Abwesenheit wegen Krankheit oder Urlaub der Fall, aber auch dann, wenn Ihr Bescheid auf dem Postweg verloren gegangen ist.


Was passiert nach meinem Einspruch?

Haben Sie sich für den Einspruch entschieden, dann wird das Finanzamt Ihre Angaben erneut prüfen. Bemerkt das Finanzamt bei dieser Prüfung Fehler, die zu einer Steuererhöhung führen, kann sich Ihr Bescheid auch zu Ihren Ungunsten verschlechtern und Sie nachträglich noch zu einer Nachzahlung auffordern. Aber auch gegen einen geänderten und für Sie nachteiligen Steuerbescheid können Sie Einspruch einlegen: Lassen Sie also in diesem Zusammenhang auch prüfen, ob eine Änderung zu Ihrem Vorteil möglich ist. Das kann der Fall sein, wenn in einem Bescheid rückblickend festgestellte Einkommen zwar versteuert werden müssen, Sie aber alle mit diesen Einnahmen verbundenen Aufwendungen steuerlich geltend machen können.

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