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Unterschiede WG und selbstständige Untervermietung

Vermietet man unter, so kann sich dies auf verschiedene Art und Weise gestalten: Entweder bleibt man in der Mietsache mit wohnen oder man überlässt dem Untermieter die Wohnung vollständig. Ersteres ist ein häufiger Fall bei Wohngemeinschaften. Doch wie unterscheiden sich diese Formen der Untervermietung voneinander? Hat diese Unterscheidung Folgen? Wenn ja, wofür?

Was ist eine Wohngemeinschaft?

Von einer Wohngemeinschaft (WG) spricht man, wenn mindestens zwei Personen, die keine Lebensgemeinschaft bilden, zusammen eine Wohnung mieten, um durch gemeinsames Wohnen und Wirtschaften Kosten zu sparen.

Wer ist Mieter?

Es sind zwei Konstellationen denkbar: Die eine Möglichkeit ist, dass die Mitglieder der WG in einer gleichrangigen Parteistellung bzgl. der Rechte und Pflichten miteinander stehen und gleichermaßen als Hauptmieter vom Vermieter mieten. Bei der anderen Möglichkeit gibt es nur einen Hauptmieter, der dann wiederum an seine Mitbewohner untervermietet. Dann nutzen sie gemeinsam die gemietete Wohnung. Dies nennt man Mitgebrauch.

Was bedeutet Mitgebrauch?

Beim Mitgebrauch nimmt der Hauptmieter den Dritten für längere Zeit in die Mietsache mit auf. Beide benutzen dann die Mietsache gemeinsam. Der Hauptmieter räumt dem Untermieter ein sog. Mitgebrauchsrecht ein. Das bedeutet, dass der Hauptmieter dann trotzdem die Sachherrschaft über die Mietsache behält. Er muss sie aber zumindest zur Hälfte mit nutzen.

Was ist mit Familienangehörigen?

Engste Familienangehörige (Eltern und Kinder), sowie Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner fallen nicht unter den Personenkreis des „Dritten“. Benutzen sie das Mietobjekt also mit, handelt es sich nicht um einen Mitgebrauch in diesem Sinne. Dies gilt aber nur, wenn der Mieter die Mietsache auch mitbenutzt.

Was ist mit Besuchern?

Auch Besucher gehören nicht zu diesem Personenkreis. Ihr Mitgebrauch an der Mietsache ist nicht dauerhaft bzw. auf längere Zeit angelegt. Eine genaue zeitliche Begrenzung gibt es für die Abgrenzung nicht. In der Regel nimmt man aber nach einem Aufenthalt von vier bis sechs Wochen an, dass es sich um einen dauerhaften Mitgebrauch handelt. Es kommt nicht darauf an, ob der Mieter dem Besucher einen Schlüssel überlassen hat.

Was ist Alleingebrauch?

Vom selbstständigen bzw. unselbstständigen Mitgebrauch abzugrenzen ist die selbstständige Gebrauchsüberlassung. Bei dieser wird die komplette Mietsache zum Alleingebrauch an einen Dritten überlassen. Der Untermieter kann sie selbstständig, also unter Ausschluss des Hauptmieters benutzen. Er kann dies auch ohne dessen Weisung, d. h. er darf über die Art und Weise der Nutzung der Mietsache bestimmen. Er hat dann ein selbstständiges Besitzrecht an der Mietsache.

Hat diese Unterscheidung Konsequenzen?

Unterschiede gibt es vor allem in Bezug auf die Kündigungsfristen. Es ist auch entscheidend, ob ein WG-Zimmer möbliert oder unmöbliert vermietet wurde. Lesen Sie hier mehr zu den verschiedenen Kündigungsfristen.

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