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Unterschiedliche Kündigungsfristen und -voraussetzungen

Was muss man beachten, wenn man ein Untermietverhältnis kündigen möchte? Welche Fristen sind einzuhalten und was gibt es sonst für Voraussetzungen? Und gibt es Unterschiede zwischen untervermieteten Wohnungen und Zimmern?

Welche allgemeinen Regeln gibt es?

Im Verhältnis Mieter und Untervermieter gelten die allgemeinen gesetzlichen Regeln des Mietrechts – schließlich ist ein Untermietvertrag ein ganz normaler Mietvertrag. Eine Kündigung muss stets schriftlich erfolgen. Der Kündigende hat sie eigenhändig zu unterzeichnen. Aus der Kündigung muss erkennbar sein, dass man das Mietverhältnis zu einem bestimmten Zeitpunkt kündigen möchte.

Welche Fristen muss man einhalten?

Die Kündigungsfrist hängt davon ab, in welchen Intervallen man die Miete berechnet: nach Tagen, Kalenderwochen oder Monaten. Bei einer Tagesmiete kann man an jedem Tag zum Ablauf des nächsten Tages kündigen. Im Fall einer Wochenmiete muss man spätestens am ersten Werktag der Woche tun. Die Kündigung wird zum Ablauf des Samstags der selben Woche wirksam. Bei einer Monatsmiete hat man bis zum dritten Werktag eines Monats zu kündigen. Dies ist dann bis zum Ende des übernächsten Monats wirksam. Dies verlängert sich nochmals um drei Monate, wenn das Mietverhältnis fünf bzw. acht Jahre bestand. Die Kündigungsfrist beträgt dann sechs bzw. neun Monate.

Welche Besonderheiten gibt es beim Untermietvertrag?

Bei der Untervermietung muss man den Mietgegenstand weiter unterscheiden: Wird eine gesamte Wohnung, ein leeres oder ein möbliertes Zimmer vermietet?

Kündigung bei Vermietung der gesamten Wohnung?

Es gelten die allgemeinen Kündigungsregelungen des Mietrechts zwischen Hauptmieter und Untermieter. Der Hauptmieter braucht einen besonderen Grund für die Kündigung. Die Frist beträgt drei oder bei entsprechender Mietdauer sechs bzw. neun Monate.

Kündigung bei Vermietung eines leeren Zimmers?

Bei leeren Zimmern, die der Hauptmieter in der Wohnung vermietet, in welcher er selbst auch wohnt, kann er dem Untermieter auch ohne ein berechtigtes Interesse kündigen. Die Kündigungsfrist verlängert sich dann um drei Monate.

Kündigung bei Vermietung eines möblierten Zimmers?

Ein Zimmer ist möbliert, wenn der Vermieter bzw. der Hauptmieter es überwiegend mit Einrichtungsgegenständen ausgestattet hat. Bei solchen Zimmern in Wohnungen, in denen der Hauptmieter diese selbst mitbewohnt, hat der Untermieter nur einen eingeschränkten Kündigungsschutz. Kündigt der Hauptmieter bis zum 15. eines Monats ist diese Kündigung zum Monatsende wirksam. Diese Frist gilt auch für den Untermieter. Vertraglich kann man andere Fristen vereinbaren, allerdings darf man sie nicht zum Nachteil des Untermieters verkürzen.

Kündigung bei nur vorübergehendem Gebrauch?

Hat man den Wohnraum nur zum vorübergehenden Gebrauch untervermietet besteht kein Kündigungsschutz. Man spricht von vorübergehendem Gebrauch, wenn das Mietverhältnis nach dem Interesse beider Vertragsparteien nur von kurzer und absehbarer Dauer sein soll (z. B. die Miete einer Ferienwohnung für den Sommerurlaub). Es handelt sich um ein unbefristetes Mietverhältnis, bei dem man aber aufgrund des Mietzwecks davon ausgeht, dass das Mietobjekt nicht zum dauerhaften Lebensmittelpunkt des Mieters wird.

Bei befristeten Verträgen wird die Mietzeit von vornherein festgelegt. Sie endet also zu einem vereinbarten Termin. Eine Kündigung vor diesem Zeitpunkt ist ausgeschlossen. Anderes kann nur gelten, wenn besondere Umstände eingetreten sind (z. B. wirtschaftliche Schwierigkeiten des Mieters) oder das Aufrechterhalten des Mietverhältnisses nicht mehr zuzumuten ist.

Was ist, wenn dem Hauptmieter gekündigt wird?

Kündigt der Vermieter dem Hauptmieter wirksam, dann muss auch der Untermieter die Wohnung räumen. Es besteht kein Anspruch gegen den Vermieter, dass man neuer Hauptmieter wird.

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