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Was ist der Unterschied zwischen einer Betreuungsverfügung und einer Patientenverfügung?

Beschäftigt man sich mit der Thematik Vorsorge und Vorsorgedokumente werden einem immer wieder die Worte Betreuungsverfügung und Patientenverfügung begegnen. Wir erklären kurz und prägnant die wesentlichen Inhalte dieser Erklärungen und machen Unterschiede deutlich.

Was ist eine Betreuungsverfügung?

In einer Betreuungsverfügung schlagen Sie eine Person vor, die Ihre rechtliche Betreuung übernehmen soll, wenn entweder Sie selbst oder das Betreuungsgericht der Meinung sind, dass Fürsorge und Pflege für Sie notwendig geworden sind. Ihre Verfügung dient also dem zuständigen Gericht als Basis für den Gerichtsbeschluss über die Bestellung des Betreuers.

Was kann ich in einer Betreuungsverfügung regeln?

Vorrangig können Sie in der Betreuungsverfügung natürlich bestimmen, wer Ihre Betreuung übernehmen soll. Sie können auch angeben, wen Sie auf keinen Fall als Betreuer wünschen. Darüber hinaus können Sie aber auch Angaben machen, auf welche Gepflogenheiten Ihr zukünftiger Betreuer im Umgang mit Ihnen achten soll und ob Sie, wenn es denn erforderlich werden sollte, zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung versorgt werden wollen.

Wie wird ein Betreuer bestellt?

Ein Betreuer wird immer vom Gericht bestellt. Das kann nun entweder die Person sein, die Sie selbst in der Verfügung vorgeschlagen haben – und in diesem Fall hat Ihr Wunsch für das Gericht höchste Priorität – oder ein gesetzlich bestellter Berufsbetreuer. Bevor Sie die Verfügung erstellen, sollten Sie klären, ob die von Ihnen erwählte Vertrauensperson überhaupt dazu bereit, aber auch in der Lage ist, Ihre Betreuung zu übernehmen. Ist diese Person das nicht, kann sie die Betreuungsaufgabe auch ablehnen. Dann wird für Sie ein Berufsbetreuer bestellt.

Was sind die Aufgaben eines Betreuers?

Die sogenannten Betreuerpflichten sind sehr umfangreich: So ist Ihr Betreuer einerseits Ihr gesetzlicher Vertreter, gleichzeitig hat er aber auch die Aufgabe, sich um Ihre persönlichen, also auch finanziellen und gesundheitlichen Angelegenheiten und Belange zu kümmern. Ohne Ihnen ein Vormund zu sein, soll er Sie unterstützen und Ihnen auch im Alltag helfen. Einmal jährlich ist der Betreuer verpflichtet, dem Betreuungsgericht über seine Arbeit sowie die Entwicklung des Betreuten, Auskunft zu erteilen.

Was kostet meine Betreuung?

Ein ehrenamtlicher Betreuer erhält eine Aufwandsentschädigung in Höhe von gegenwärtig 399€ pro Jahr (2015). Berufsbetreuer werden nach einem Stundensatz bezahlt und dieser ist, wie auch der Betreuungsumfang, gesetzlich festgelegt. Können Sie Ihre Betreuung nicht selbst bezahlen, dann übernimmt der Staat diese Kosten.

Was ist eine Patientenverfügung?

In einer Patientenverfügung erklären Sie (dem behandelnden Arzt), welche ärztlichen Behandlungsmaßnahmen Sie in einer bestimmten Unfall- oder Krankheitssituation für sich begehren oder ausschließen. Dabei gilt grundsätzlich: Je genauer die Umstände und Maßnahmen beschrieben sind, desto besser.

Was muss ich beim Schreiben einer Patientenverfügung beachten?

Eine Patientenverfügung muss von einem einwilligungsfähigen Volljährigen in schriftlicher Form festgehalten sein. Inhaltlich sollte darin Ihre genaue Entscheidung in Bezug auf eine bestimmte ärztliche (Behandlungs-) Maßnahme in Form einer Einwilligung oder Ablehnung zum Ausdruck kommen.

Sind Ärzte und Angehörige an meine Patientenverfügung gebunden?

Haben Sie Ihren Willen zweifelsfrei zum Ausdruck gebracht, dann ist Ihre Entscheidung bindend – sowohl für den behandelnden Arzt als auch für Bevollmächtigte, Betreuer oder Familienmitglieder und Angehörige.

Was passiert, wenn ich keine Patientenverfügung habe?

In diesem Fall müssen Ihre Angehörigen, ein Bevollmächtigter oder Betreuer versuchen, Ihren mutmaßlichen Willen festzustellen und letztlich so entscheiden, wie Sie in dieser Situation entscheiden würden.

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