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Was ist die Firma?

„Ich geh’ nochmal schnell in die Firma“, ein oft verwendeter aber falscher Satz. Warum? Die Firma ist kein Gebäude oder das Unternehmen, in dem man arbeitet. Man kann also allein schon begrifflich nicht in eine Firma gehen. Aber was genau ist sie denn dann?

Was ist die Firma?

Die Firma ist der Name unter dem man im Handelsverkehr auftritt. Gesetzlich hört sich das dann so an: "Die Firma eines Kaufmanns ist der Name, unter dem er seine Geschäfte betreibt und die Unterschrift abgibt."

Wie darf die Firma heißen?

Es herrscht der Grundsatz der freien Firmenwahl. Das bedeutet, dass man einen beliebigen Namen auswählen darf. Die Firma kann entweder an den Namen der Gesellschafter (Personenfirma) oder die Sachbezeichnung (Sachfirma) anknüpfen. Es ist auch möglich, dass die Firma den Unternehmensgegenstand nicht aufgreift (Fantasiefirma) oder eine Kombination aus Vorgenanntem ist. Die Firma muss sich aber von allen anderen am Ort bereits eingetragenen Firmen unterscheiden. Dies ist wichtig, damit keine Verwechslungen auftreten.

Was muss ich bei der Firmenwahl beachten?

Die Firma muss sowohl Kennzeichnungs- als auch Unterscheidungskraft haben.

Wann hat eine Firma Kennzeichnungskraft?

Die Bezeichnung muss allgemein namensfähig sein. Das ist der Fall, wenn der Verkehr (also die Umwelt in der sich die Firma betätigt) sie als Namen auffasst. Man braucht dafür eine aussprechbare Buchstabenfolge. Bildzeichen, Bilder und Bezeichnungen in nicht lateinischen Buchstaben, zum Beispiel chinesische, sind nicht zulässig. Eine Ausnahme gilt für die Zeichen „&“ bzw. „+“ als „und“ gesprochen. Diese können in den Namen integriert werden. Auch das Sonderzeichen „@“, als „ät“ ausgesprochen, soll mittlerweile zur Kategorie der aussprechbaren Buchstabenfolge gehören. Buchstabenkombinationen, die man als solche nicht aussprechen kann, wie etwa „ABC“, sind trotzdem zulässig. Dies gilt auch für Zahlen (zum Beispiel Agreement 24 GmbH). Fremdworte darf man nur verwenden, wenn sie auch für die deutschen Verkehrskreise verständlich sind. Werbeslogans sind zulässig, wenn sie den Eindruck einer abgeschlossenen Einheit vermitteln. Die graphische Darstellung, beispielsweise Groß- und Kleinschreibung, ist nicht Bestandteil der Firma. Dies ist eher wirtschaftswissenschaftlich im Rahmen des Stichwortes "Marke" relevant.

Wann hat eine Firma Unterscheidungskraft?

Man muss die Firma namenstechnisch hinreichend von anderen Firmen unterscheiden können. Der Grundfall hierfür sind Familiennamen, auch wenn es sich um „Allerweltsnamen“ wie Müller handelt. Man muss sie nicht durch einen Vornamen oder eine Abkürzung dessen weiter konkretisieren. Bloße Branchenbezeichnungen reichen nicht aus. Diese muss man zusätzlich individualisieren. Abkürzungen von Gattungs- oder Branchenbezeichnungen, die eine Nähe zum Fantasienamen haben genügen jedoch für die Unterscheidung.

GmbH-Kürzel als Teil der Firma?

Bestandteil der Firma ist immer der sog. Rechtsformzusatz. Das bedeutet, dass man dem ausgewählten Namen die Bezeichnung „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ oder eine entsprechende Abkürzung hinzufügen muss. Meistens wird das Kürzel „GmbH“ verwendet. Ob dies vor oder hinter dem eigentlichen Namen steht, ist unerheblich. Meistens kommt er jedoch dahinter. Bei deutschen Gesellschaften muss der Rechtsformzusatz auch dann in deutscher Sprache sein, wenn die gewählte Firma anderssprachig ist (zum Beispiel Agreement 24 GmbH).

Also, ab jetzt dürften Sie nie mehr versuchen in eine Firma zu gehen. Es sei denn Sie unterhalten sich mit Juristen und wollen eine Gänsehaut verursachen.

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