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Welche Vollmacht benötige ich für meine beruflichen Angelegenheiten?

Welche Arten von Vollmachten für das Geschäftsleben gibt es eigentlich und wie unterscheiden sich diese?

Wir haben das Wichtigste für Sie zusammengefasst.

Die Prokura

Die Prokura ist die umfangreichste Form der geschäftlichen Vertretungsmacht. So darf der Prokurist alle Arten gerichtlicher und außergerichtlicher Geschäfte und Rechtshandlungen vornehmen, die im Handelsgewerbe beziehungsweise Geschäftsverkehr üblich sind.

Diese Vertretung umfasst daher nicht nur alle betrieblichen Interessen, wie etwa im Bereich der Produktion oder im Einkauf, sondern insbesondere auch verwaltende und arbeitsrechtliche Tätigkeiten. Somit darf der Prokurist den gesamten Geschäftsverkehr steuern, Vergleiche schließen und Prozesse führen, Handlungsvollmachten erteilen und Wechselverbindlichkeiten eingehen. Von seiner Vertretungsmacht ausgenommen sind jedoch Grundlagengeschäfte, wie beispielsweise die Veräußerung oder Belastung von Immobilien – sofern nicht eine ausdrückliche Ermächtigung hierüber vorliegt – der Verkauf des Betriebes selbst, der Antrag auf Insolvenz oder die Umwandlung der Rechtsform, die Aufnahme neuer Gesellschafter oder die Änderung des Unternehmensgegenstandes. Ebenfalls ausgeschlossen sind Prinzipalgeschäfte, wie die Erteilung der Prokura selbst, die Erstellung der Handelsbilanz und die Unterzeichnung des Jahresabschlusses sowie etwaige Anmeldungen im Handelsregister.

Die Erteilung der Prokura kann sowohl mündlich als auch schriftlich erfolgen, muss aber in jedem Fall im Handelsregister eingetragen werden. Eine Übertragung auf eine dritte Person ist nicht möglich. Die Prokura erlischt unter anderem bei Widerruf, Insolvenz des Betriebes, Beendigung des Dienstleistungsverhältnisses des Prokuristen oder Wechsel des Geschäftsinhabers.

Die Handlungsvollmacht

Eine Handlungsvollmacht stellt dagegen eine besondere Form der Stellvertretung dar.

Während ein Prokurist gesetzlich alle Rechtsgeschäfte tätigen darf, die im Geschäftsverkehr üblich sind, erstreckt sich die Handlungsvollmacht lediglich auf diejenigen Rechtsgeschäfte und -handlungen, die auch in dem Gewerbe üblich sind, in dem der Bevollmächtigte tätig ist. Die Vertretung wird also speziell auf ein Handelsgeschäft begrenzt und kann von einem Prokuristen, einem Kaufmann oder einem Mitarbeiter des Betriebes vorgenommen werden. Bei größeren Unternehmen und Betrieben können Handlungsvollmachten mitunter sehr detaillierte Befugnisse und Berechtigungen beinhalten.

Der Umfang einer Handlungsvollmacht ist aus diesem Grund auch beschränkt: So darf der Handlungsbevollmächtigte beispielsweise keine Grundstücksgeschäfte tätigen, Darlehen aufnehmen, Wechselverbindlichkeiten eingehen oder Gerichtsprozesse führen.

Eine Handlungsvollmacht kann nicht im Handelsregister eingetragen werden. Ein Widerruf ist jederzeit möglich. Eine Übertragung der Vollmacht ohne Zustimmung des Inhabers des Handelsgeschäfts ist nicht möglich.

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