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Widerruf im Onlinehandel - was Sie wissen müssen

Was ist ein Widerruf?

Grundsätzlich gilt das Prinzip, dass ein Vertrag, den man schließt, auch eingehalten werden muss. Hierbei gibt es allerdings auch einige Ausnahmen. So ist es möglich, sich unter bestimmten Voraussetzungen von einem geschlossenen Vertrag zu lösen. Eine Möglichkeit bietet der sogenannte Widerruf. Der Widerruf ist ein Verbraucherrecht, dass es dem Verbraucher unter bestimmten Umständen erlaubt, von dem geschlossenen Vertrag zu „befreien“.

Möchte jemand mittels eines Widerrufs von einem Vertrag zurücktreten, dann muss dieser Vertrag zwischen einem Verbraucher und einem Unternehmer bestehen. Solche Verbraucherverträge können auch im Internet oder über einen Versandhandel geschlossen werden. Bei den hierbei zustande kommenden Fernabsatzverträgen gelten hinsichtlich des Widerrufrechts besondere Regelungen, weil hier – anders als im Ladengeschäft – der Kunde nicht sofort sieht was er kauft.

Was ist ein Fernabsatzvertrag?

Ein Fernabsatzvertrag ist ein Kaufvertrag, z. B. für ein Buch oder ein paar Schuhe, der zwischen einem Unternehmer und einem Verbraucher ausschließlich mittels Fernkommunikationsmittel geschlossen wird. Inhalt des Vertrages können auch Dienstleistungen sein, z. B. bei einem Miet- oder Maklervertrag. Fernabsatzverträge werden ausschließlich unter Verwendung von Fernkommunikationsmitteln abgeschlossen. Fernkommunikationsmittel sind unter anderem: Briefe, Kataloge, Telefonanrufe, E-Mails sowie Rundfunk, Tele- und Mediendienste.

Gerade weil der Verbraucher nicht sofort sehen kann, was er kauft, steht ihm deshalb ein Widerrufsrecht gem. § 355 BGB zu. In einigen Fällen ist gem. § 312g Abs. 1 BGB das Widerrufsrecht ausgeschlossen, so etwa bei der Lieferung von verderblichen oder bei persönlich angefertigten Waren.

Welche Regelungen gibt es beim Widerruf im Fernabsatz?

Im Fernabsatzrecht hat sich seit dem 13. 6. 2014 einiges geändert. So wurde die Widerrufsfrist nun in der EU auf 14 Tage vereinheitlicht. Darüber hinaus wird es eine europaweit einheitliche Musterwiderrufsbelehrung geben, da nunmehr der Kunde seinen Widerruf ausdrücklich erklären muss und es nicht mehr ausreicht, die erhaltene Ware lediglich zurückzusenden. Eine Übersicht mit allen relevanten Änderungen finden Sie hier.

Wie muss ein Widerruf formuliert sein?

Bis zum 13. 6. 2014 war es möglich, seinen Widerruf einfach durch rechtzeitiges Zurücksenden der Ware an den Verkäufer zu erklären. Nun hat nach dem Gesetz der Widerruf entweder durch eine eindeutige Erklärung erfolgen oder ein Musterwiderrufsformular, das jeder Händler zur Verfügung stellen muss, verwendet werden. Diese Erklärung kann der Verbraucher entweder per E-Mail, Fax oder per Brief abgeben, sie muss allerdings vor Ablauf der Widerrufsfrist bei dem Händler eingehen. Onlinehändler sind diesbezüglich sogar verpflichtet, ein Widerrufsformular auf ihrer Homepage für den Käufer bereit zu stellen. Nutzt der Kunde dieses Onlineformular, so ist der Händler verpflichtet, den Eingang des Widerrufes sofort zu bestätigen, z. B. mit einer E-Mail. Der Käufer kann den Widerruf auch telefonisch erklären.

Was gibt es bei der Widerrufsfrist zu beachten?

Mit der Umsetzung der Richtlinie (Verbraucherrichtlinie 2011/83/EU) zum 13. 6. 2014 wurde die Widerrufsfrist auf europaweit 14 Tage vereinheitlicht. Diese Frist beginnt ab Eingang der Ware beim Kunden - bei Teillieferungen nicht vor Eingang der letzten Lieferung. Hat der Händler den Kunden nicht über seine Widerrufsmöglichkeiten belehrt, so beginnt die Widerrufsfrist ebenfalls ab Erhalt der Ware, endet aber nach 12 Monaten und 14 Tagen.

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