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Wohnungsgeberbestätigung - Vermieter - Bescheinigung

Ab dem 1. November 2015 gibt es mit dem Bundesmeldegesetz (BMG) erstmals ein bundesweit einheitliches und unmittelbar geltendes Melderecht. Der Gesetzgeber spricht von einer Harmonisierung und Fortentwicklung der Meldevorschriften. Die Änderungen gehen zurück auf die Föderalismusreform I aus dem Jahr 2006. Wesentliche Neuerung für Mieter und Vermieter aber auch Eigentümer und Untervermieter sind die Mitwirkungspflichten des Wohnungsgebers innerhalb des Meldeverfahrens.

Wohnungsgeberbestätigung - Was ist das eigentlich?

Die Wohnungsgeberbestätigung (auch Vermieterbescheinigung oder Wohnungsgeberbescheinigung genannt) ist eine Bestätigung von Hausverwaltung, Eigentümer(n) oder Untervermieter(n), dass eine meldepflichte Person ihren Wohnsitz auch wirklich ander angegebenen Anschrift hat. Nur mit dieser ist es fortan möglich, sich bei der zuständigen Meldebehörde unter einer bestimmten Adresse zu melden.


Das Gesetz (§ 19 Abs. 1 S. 2 BMG) sagt dazu, dass "der Wohnungsgeber [...] den Einzug [...] zu bestätigen" hat - daher der offizielle Name Wohnungsgeberbestätigung. Allerdings hält sich natürlich nicht immer jeder an die aus dem Gesetz herleitbaren Ausdrücke, denn schließlich ist Sprache dynamisch und entwickelt sich fort. Es gibt daher neben der offiziellen Bezeichnung gleichwertige Synonyme - Vermieterbescheinigung, Vermieterbestätigung und Wohnungsgeberbescheinigung - welche auch daher rühren, dass eine ähnliche Gesetzeslage schon bis zur Jahrtausendwende einmal existierte.

Wohnungsgeberbestätigung - Wer stellt Sie aus?

Dies ergibt sich wie vorstehend schon erwähnt direkt aus dem Gesetz. § 19 Abs. 1 S. 1. BMG verpflichtet den Wohnungsgeber zunächst, bei An- oder Abmeldungen "mitzuwirken". Was darunter zu verstehen ist, wird sodann in Satz 2 konkretisiert. "Hierzu hat der Wohnungsgeber oder eine von ihm beauftragte Person [...] den Einzug oder Auszug [...] zu bestätigen. Daraus ergibt sich folgend die Frage, wer eigentlich Wohnungsgeber oder eine vom ihm beauftragte Person ist.

Wohnungsgeber ist entweder die Person bzw. Personengemeinschaft, die eine Immobilie (Wohnung) eignet, oder die Person bzw. Personengruppe, die eine Wohnung oder einen Teil einer Wohnung (Zimmer) untervermietet. Mietet man also direkt vom Eigentümer oder der Eigentümerin, so ist diese(r) auch verpflichtet, die Bescheinigung auszustellen. Mietet man von einer Person, welche selbst nur gemietet hat, ist als Untermieter, so wendet man sich an die untervermietende Person. Dies ist insbesondere bei Wohngemeinschaften häufig der Fall. Auch wenn man im Rahmen einer Beziehung in eine gemeinsame Wohnung zieht, kommt es oft vor, dass nur eine Partei Hauptmieter ist. Ist dies der Fall, so muss die Person die gemäß Mietvertrag Hauptmieter ist, dem Partner oder der Partnerin eine solche Bescheinigung ausstellen, damit er/sie sich ordnungsgemäß unter der neuen gemeinsam bezogenen Wohnung melden kann.

Besonders in Großstädten kommt es aber auch sehr häufig vor, dass die Häuser samt darin befindlichen Wohnungen von einer Haus-/Immobilienverwaltung betreut werden. Dies kann man meist daran erkennen, dass im Mietvertrag zwar der Eigentümer als Vertragspartner genannt ist, aber gleichzeitig darauf hingewiesen wird, dass sich dieser für die Vermietung des Eigentums durch jemand anderen vertreten lässt. In solchen Situationen sollte der erste Ansprechpartner für die Wohnungsgeberbestätigung die im Mietvertrag genannte Hausverwaltung sein - denn über diese werden ja auch alle anderen Dinge geregelt. Sollte sich das zur Verwaltung beauftragte Unternehmen allerdings weigern, kann man sich immer noch direkt an den oder die Eigentümer wenden. Ferner empfiehlt es sich bei einer fehlenden Mitwirkung seitens der Hausverwaltung oder des Eigentümers, diese auf ihre Pflicht zur Mitwirkung hinzuweisen. Kommen sie ihrer Verpflichtung nämlich nicht oder nicht rechtzeitig nach, kann dies ein empfindliches Bußgeld in Höhe von bis zu 1.000 € nach sich ziehen. Es kann insofern eine Ordnungswidrigkeit vorliegen.

Kauft man ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung (Wohneigentum nach Wohnungseigentumsgesetz - WEG) und zieht dort ein, so kann man sich die Bescheinigung selbst ausstellen. Man gibt dann eine sogenannte Selbsterklärung ab.

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