Konto anlegen
Anmelden
zeige/verstecke Menü

Youtube, Filesharing, Mediatheken und Co. – wann legal und wann illegal genutzt?

Youtube, Dropbox, Livestreams und Mediatheken hat wohl jeder schon einmal genutzt. Aber nimmt man diese Angebote legal war? Kann man sie eigentlich auch illegal nutzen? Da das Gebiet noch so viele Fragen offen lässt, sind viele verunsichert und wissen gar nicht mehr, was sie dürfen und was nicht.

Streamripping

Streamripping ist das Mitschneiden von Audio- oder Videodateien. Mit einem speziellen Programm kann man auf Portalen wie Youtube oder Myvideo die technischen Schutzmaßnahmen zum Herunterladen umgehen und dies dennoch möglich zu machen. Das Landgericht München I hat am 12. Juli 2012 (Az. 7 O 10502/12) das Herstellen, Verbreiten und Besitzen einer entsprechenden Software verboten. Durch die Verwendung der Software wird der Kopierschutz durchbrochen bzw. umgangen. Auch ein weiterer Anbieter einer solchen Software musste sich im September 2013 vor dem Landgericht Hamburg behaupten und eine Unterlassungserklärung abgeben.

Hier stellen sich jedoch einige Fallstricke, die von der Rechtssprechung derzeit noch nicht beantwortet sind. Wenn das Aufzeichnen von Liedern aus dem Radio auf Kasette oder von Filmen auf VHS und die Benutzung der dafür notwendigen technische Geräte früher erlaubt und sogar gewünscht war, warum sollte sich hier in der digitalen Welt mit weltweit zehntausenden von Internetradiostationen eigentlich etwas geändert haben? Die Produzenten von Kasettendecks haben eine technische Möglichkeit geschaffen, Musik bzw. Filme aufzuzeichnen und wurden dafür nicht von der Medienindustrie verteufelt. Warum wird eine Software, die Vergleichbares ermöglicht dann anders behandelt?

Youtube

Ein Youtube-Video angucken, wie oft hat man das schon gemacht. Das ist natürlich legal und auch schließlich der Sinn der Plattform. Kritisch wird es erst beim Streamripping bzw. Herunterladen: Ist das noch legal? Youtube sieht vor, dass die hochgeladenen Videos nur gestreamt werden dürfen. Demnach ist ein Herunterladen (via Streamripping Software) theoretisch nicht gestattet. Dies gilt natürlich auch für alle ähnlich funktionierenden Plattformen.

Filesharing

Filesharing kann Fluch und Segen zugleich sein. Natürlich ist es toll und auch legal, wenn man mit seinen Freunden die Fotos der letzten Geburtstagsparty teilen kann. Andererseits kann es natürlich fatal werden, wenn man Dateien miteinander austauscht und teilt, dessen Urheber damit nicht einverstanden ist z. B. Musikdateien. Auch juristisch immer wieder ein zweischneidiges Schwert. Abschießende Aussagen lassen sich hier nur schwerlich treffen.

Mediatheken

Sendung verpasst? Dann kann man dies über die Mediathek des jeweiligen Senders unproblematisch und auch ganz legal nachholen. Doch stellen die Sender die Dateien zumeist nur für eine Woche zur Verfügung. Darf man sie herunterladen, um sie später anzuschauen? Die Dateien sind urheberrechtlich geschützt. Sie dürfen also nur bestimmungsgemäß angesehen werden. Downloaden darf man sie nur, wenn sie auch ausdrücklich zum Herunterladen angeboten werden. Insbesondere darf man die Dateien oder Teile von ihnen, nicht in andere Formate integrieren, da sie urheberrechtlich geschützt sind. Daher darf man aus Mediatheken nicht einfach Dateien herunterladen.

Generell lässt sich festhalten, dass eigentlich nichts so wirklich klar und eindeutig ist. Streaming über Netflix & Co. ist unproblematisch, Fileripping ist eine Grauzone und Filesharing fremder Inhalte, zumindest wenn man dies gewerblich betreibt, wohl eher illegal. Als privater Nutzer kann dies schon wieder anders aussehen. Denn erlangt man auf legalem Wege an urheberrechtlich geschützte Werke, können diese als Privatkopie auch vervielfältigt werden. Die Verwertungsgesellschaften lassen sich dies je nach technischer Einrichtung unterschiedlich vergüten.

Final ist jedoch nichts. Neue urheberrechtliche gesetzliche Regelungen werden immer wieder diskutiert. Die Möglichkeiten des Internets und Diskussionen darüber wie dieses Medium eigentlich zu definieren ist, stecken noch in den Kinderschuhen. Fraglich ist eigentlich nur wieso - der Zugang zu Medien hat sich im Laufe der Zeit immer stetig weiterentwickelt. Historisch gesehen und abstrahiert bedeutet dies - Zugang zu den ersten beschriebenen Papierrollen und gedruckten Büchern hatten nur einige wenige gesellschaftliche Klassen (beginnend mit religiösen Einrichtungen und der Wissenschaft). Die Verbreitung hat sich mit dem technischen Fortschritt (Buchdruck) und ersten Zeitungen und weiteren Printmedien immer weiter entwickelt. Dann kam das Telefon. Auch hier die gleiche Entwicklung. Es folgte zeitnah das Radio - auch hier nichts anderes erkennbar. Was kam dann? Na klar, der Fernseher. Auch hier die gleiche Entwicklung. Und nun das Internet - parallele Entwicklung. Wieso tun eigentlich alle immer so überrascht?

Das könnte Sie auch interessieren:
Illegaler Download - Haftung für Dritte
Die Verjährungsfrist bei illegalen Downloads